Thomas Heilmann
„Zum Schluss war es ganz schön knapp“

Am vergangenen Donnerstagabend gab es endlich grünes Licht für eine Einigung: Der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen übernimmt Karstadt. Der CDU-Politiker Thomas Heilmann hat dabei auf Bitten der Regierung vermittelt. Mit Heilmann sprach David Lerch.
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Tagesspiegel: Herr Heilmann, wie fühlt man sich als Retter?

Heilmann: Erfreut bei so einer netten Anrede. Die Rettung von Karstadt kommt erst noch - das müssen das Unternehmen und seine Mitarbeiter im Wettbewerb leisten.

Tagesspiegel: Ihnen wird ein großer Anteil an der Rettung von Karstadt zugebilligt. Frau von der Leyen lobt sie in den höchsten Tönen.

Heilmann: Es war eine ziemlich große Rettungsstaffel, ich weiss gar nicht wie viele Helfer daran beteiligt waren. Nicht zu vergessen die Mitarbeiter, die den Laden über Monate der Ungewissheit erstaunlich gut weiterbetrieben haben.

Tagesspiegel: Was genau haben Sie getan?

Heilmann: Ich habe aufgrund einer Bitte von Frau von der Leyen zwischen Herrn Berggruen und verschiedenen Teilen von Highstreet vermittelt.

Tagesspiegel: Warum gerade Sie?

Heilmann: Berggruen und Verdi haben im Juni die Politik zu Hilfe gerufen, weil es nicht mehr weiterging. Da hat die Ministerin jemanden gesucht, der ein Verständnis für beide Seiten entwickeln kann.

Tagesspiegel: Wie haben Sie reagiert?

Heilmann: Ich dachte, warum nicht. Das kann ja nicht so lange dauern.

Tagesspiegel: Wie bitte?

Heilmann: Zunächst ging es nur um die Höhe der künftigen Mieten. Da waren Highstreet und Berggruen nicht so weit auseinander. Doch dann musste das gesamte Konsortium der Vermieter zustimmen. Das wurden immer mehr Verhandlungen und immer mehr Investoren, mit denen geredet werden musste.

Tagesspiegel: Die kamen alle zu Ihnen?

Heilmann: Nein, nicht alle, aber es kamen nach und nach zusätzliche Fragen mit zusätzlichen Beteiligten. Diesen Gordischen Knoten konnte man nicht zerschlagen, man musste ihn aufdröseln.

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  • erst einmal das Ergebnis abwarten. bisher hat der betriebsrat nur für den Niedergang besorgt, damit das Management reicher wird ( Middelhof). Was ist Hertie und Wertheim?? Am Niedergang großer Firmen ist immer der betriebsrat zu 200% beteiligt. Nie hat er die interessen der Mitarbeiter gefördert!

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