Thomas Wimmer
2011 erreicht die Logistikbranche wieder Rekordmarken

Am Mittwoch schaut die Logistik-Branche nach Berlin - zum 27. Deutschen Logistik-Kongress. Die Unternehmen hatten schwere Monate zu überstehen, inzwischen sieht es aber wieder besser aus. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesvereinigung Logistik (BVL), über die Zeit nach der Krise, den Fachkräftemangel und seine Forderungen an die Politik.
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Herr Wimmer, welche Rolle spielt das Thema mangelnde Fachkräfte bei dem Kongress in diesem Jahr?

Der Fachkräftemangel trifft die Logistik ähnlich wie andere Wirtschaftsbereiche auch. Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern ist in jedem Fall da und die Logistik investiert erheblich in Ausbildung, sowohl auf betrieblicher Ebene als auch im akademischen Bereich. Derzeit ist mir aber kein Unternehmen bekannt, das die gestiegene Auftragslage aufgrund fehlender Fachkräfte nicht bewältigen kann.

Wie groß ist die Lücke?

Da die Logistik keine Branche ist und nicht statistisch erfasst wird, liegen uns keine aggregierten Zahlen vor. Qualitativ kann ich sagen, dass es sowohl Engpässe bei Hochschulabsolventen gibt als zum Beispiel wieder im Bereich der Kraftfahrer. Da hatte sich die Lage während der Krise ja entspannt.

In welchen Bereichen der Logistik sehen Sie in Zukunft den größten Bedarf?

Das ist ganz unterschiedlich. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem gestiegenen Waren- und Güterumschlag werden beispielsweise wieder vermehrt LKW-Fahrer und Lagerarbeiter gesucht. Langfristig sind gut ausgebildete Fachkräfte wie Ingenieure, IT-Spezialisten, Speditionskaufleute und Betriebswirte gefragt. Insbesondere hier müssen wir schauen, dass wir unseren Nachwuchs sichern, um zukunftsfähig zu bleiben.

Welchen Ausbildungsweg empfehlen Sie jungen Studenten?

Viele Unternehmen arbeiten verstärkt mit Universitäten und Fachhochschulen zusammen, um ihren Nachwuchs gleichzeitig theoretisches und praktisches Knowhow zu vermitteln. Diese Art der dualen Ausbildung hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt durchgesetzt. Angehende Logistiker haben hier den Vorteil, dass sie bereits während des Studiums ihre theoretischen Kenntnisse im Betrieb in die Praxis umsetzen können. Oftmals bleiben Studenten dem Betrieb nach ihrer Ausbildung erhalten und finden so nahtlos einen Job. Die Bundesvereinigung Logistik beispielsweise hat den BVL Campus gegründet. Neben dem berufsbegleitenden Kompaktstudium Logistik bietet der BVL Campus auch Ausbildungswege, wie zum Beispiel zum Betriebswirt und Verkehrsfachwirt. Die Logistik bietet sehr vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten.

Welche Forderungen stellen Sie an die Politik?

Im Bereich der Aus- und Weiterbildung haben wir keine Forderungen an die Politik. Auf diese hoffen wir mehr, wenn es um den Infrastrukturausbau geht.

Wie sind Ihre Perspektiven für das Geschäft in der Logistik-Branche in den kommenden Monaten?

Die Zeichen stehen auf Wachstum. Wir erwarten für 2010 Wachstumsraten zwischen vier und fünf Prozent gegenüber 2009 und in 2011 auch ein Wachstum von rund vier Prozent. Damit würde die Logistik in Deutschland im kommenden Jahr wieder das Niveau des bisherigen Rekordjahres 2008 erreichen.

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