Thorsten Dirks

Eurowings-Chef verteidigt niedrigere Pilotengehälter

Wollen Air-Berlin-Piloten bei Eurowings arbeiten, müssen sie wohl Gehaltseinbußen hinnehmen. Thorsten Dirks, Chef der Lufthansa-Billigtochter, rechtfertigt die Konditionen seiner Fluglinie.
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Thorsten Dirks: Eurowings-Chef verteidigt niedrigere Pilotengehälter Quelle: Jödpa
Thorsten Dirks

Der Eurowings-Chef verteidigt die Konditionen bei der Lufthansa-Tochter.

(Foto: Jödpa)

BerlinEurowings-Chef Thorsten Dirks hat die Konditionen verteidigt, zu denen neue Piloten unter anderem von Air Berlin angestellt werden sollen. Es habe einen Grund, dass Air Berlin insolvent gegangen sei, auch wegen der Personalkosten habe die Airline Geld von Etihad gebraucht, sagte Dirks am Freitag in Berlin. Nach seinen Angaben verdienen Piloten, die von Air Berlin zur Eurowings wechseln, im Durchschnitt acht bis zehn Prozent weniger, in der Spitze könne der Unterschied natürlich größer sein.

Die Lufthansa-Tochter übernimmt die Air-Berlin-Teile Niki und die Luftfahrtgesellschaft Walter, damit würden etwa 1700 Stellen zu deren alten Konditionen übernommen. Zudem wollen sie 1300 Mitarbeiter neu einstellen, vor allem Piloten und Flugbegleiter. „Da haben wir von Anfang an gesagt: Es kann sich jeder bewerben.“ Air-Berlin-Kollegen sollen ein schnelleres Bewerbungsverfahren bekommen, bei gleicher Qualifikation aber nicht automatisch bevorzugt werden.

Die Zeitung „Die Welt“ hatte berichtet, es seien Gehaltseinbußen von über 40 Prozent zu erwarten. Dirks hatte bereits in der Vergangenheit vorgerechnet, in Einzelfällen könne das Jahresgehalt von rund 250.000 Euro auf 154.000 Euro sinken. Bei Vergleichen würden oft auch alte LTU-Verträge berücksichtigt von Piloten, die auch Langstrecke geflogen seien, sagte Dirks. Eurowings suche Airbus 320-Piloten, ein Kapitän könne in der höchsten Altersstufe 158.000 Euro verdienen. Bei Air Berlin seien das ohne Langstrecke 163.000 Euro gewesen.

Bisher gebe es rund 2500 Bewerbungen auf etwa 1300 Stellen, etwa 500 davon seien von Air Berlin, erklärte Dirks. Es kämen also auch viele Bewerbungen vom freien Markt. Bisher habe Eurowings eine dreistellige Zahl an Mitarbeitern eingestellt. Wie viele davon Ex-Air-Berliner sind, sagte er nicht. Die rund 1300 Mitarbeiter bekämen einen deutschen Arbeitsvertrag, werden aber bei der Eurowings Europe mit Sitz in Österreich angestellt.

Zum Verkauf der Technik-Sparte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin erwartet die Lufthansa noch für Freitag eine Entscheidung. „Die Situation ist so, dass ja auch heute noch eine Entscheidung getroffen werden soll (...), ob es einen Käufer für die Air Berlin Technik gibt“, sagte Dirks. Der Gläubigerausschuss werde das dann am Dienstag endgültig beschließen, fügte Dirks hinzu, der auch Chef der Lufthansa-Billigtochter Eurowings ist. Von Air Berlin war zunächst kein Kommentar zu erhalten. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Donnerstag berichtet, die Verhandlungen für die Technik und die Frachttochter Leisure Cargo seien auf der Zielgeraden und das Bieterkonsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak stehe vor dem Zuschlag.

Das sind die sichersten Airlines der Welt
Platz 20: Air Berlin (Deutschland)
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Die zweitgrößte Airline Deutschlands hat sich in puncto Sicherheit nichts vorzuwerfen, da es seit ihrer Gründung bisher weder einen tödlichen Unfall noch einen Flugzeugverlust gab. Allerdings kam es in den vergangenen Jahren zu mehreren kritischen Zwischenfällen. Für die Top 15 hat es daher mit dem Index 0,025 nicht gereicht.

Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab.

Platz 19: Sichuan Airlines (China)
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Die chinesische Fluggesellschaft wurde 1986 gegründet, die Flotte besteht mittlerweile aus 106 Flugzeugen und bedient vor allem Ziele im asiatischen Raum. Größere Unglücke sind bislang ausgeblieben. Mit einem Index von 0,025 schafft es die Airline in die Top 20.

Platz 18: British Airways (Großbritannien)
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Mit einem Index von 0,020 landet die Fluggesellschaft immerhin in den Top 20. Dabei kommt es bei den Fliegern immer wieder zu Zwischenfällen. So waren jüngst in einem Superjumbo auf dem Weg von San Francisco nach London offenbar giftige Gase ausgetreten. Die Maschine wurde nach Vancouver umgeleitet, konnte ihren Flug aber anschließend fortsetzen.

Platz 17: Delta Airlines (USA)
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Delta gehört zu den größten Fluggesellschaften der Welt. Den letzten Zwischenfall gab es im März 2015, als eine Maschine bei der Landung in New York von der Landebahn rutschte und gegen einen Erdwall prallte. Dabei wurden 23 Passagiere leicht verletzt. Mit einem Index von 0,018 landet Delta Air Lines dennoch in den Top 20.

Platz 16: Air Canada (Kanada)
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Die kanadische Fluggesellschaft landet mit einem Index von 0,018 auf dem 16. Rang. Zuletzt kam es im März 2015 zu einem Zwischenfall bei schlechtem Wetter: Ein Airbus setzte beim Flug von Toronto nach Halifax bei der Landung vor der Landebahn auf. Insgesamt 23 Insassen wurden verletzt.

Platz 15: All Nippon Airways (Japan)
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Auf Rang 15 der sichersten Fluggesellschaften steht All Nippon Airways. Im Jahr 2013 hatte ANA von Air Transport World (ATW) den Preis „Airline of the Year 2013“ erhalten. Nach Triebwerksproblemen im selben Jahr rutschte die Airline vom Spitzenplatz aus der Top Ten. ANA erreicht den Wert von 0,018 – das macht Platz 15.

Platz 14: Virgin Atlantic Airways (Großbritannien)
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Die Flotte der Virgin Atlantic besteht aus 38 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 8,4 Jahren. Jährlich befördert die Airline 5,3 Millionen Passagiere – bisher ohne jeden Absturz. Der Index liegt aktuell bei 0,017.

Knackpunkt bei den Verhandlungen war zuletzt, ob die potenziellen Käufer der Technik-Sparte auch Aufträge zum Warten von Flugzeugen der Lufthansa-Gruppe bekomme. „Sollte es einen Käufer geben, versuchen wir natürlich dort auch weiterhin Kapazitäten von der Air Berlin Technik oder der Nachfolgeorganisation zu beziehen, soweit das machbar ist“, sagte Dirks nun dazu. „Das müssen wir dann mit dem neuen Eigentümer verhandeln.“ Es gebe bereits Gespräche mit Interessenten und dem Sachwalter von Air Berlin. Sollte sich kein neuer Eigner für den Technik-Bereich finden, dann müsse Eurowings das nötige Know-how dazu im eigenen Haus aufbauen.

Eurowings übernimmt rund 80 der gut 130 Air-Berlin-Flugzeuge. Die Lufthansa will 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau ihrer Billig-Tochter stecken und insgesamt 3000 neue Stellen schaffen.

  • dpa
  • rtr
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