Tief in den roten Zahlen
Puma enttäuscht die Erwartungen

Der Konzernumbau macht Puma zu schaffen: Der Sportartikelhersteller ist im letzten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Dividende finanziert das Unternehmen aus seinen Rücklagen.
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HerzogenaurachDer Konzernumbau und das angekratzte Image haben den Sportausrüster Puma zum Jahresende noch tiefer in die roten Zahlen getrieben als erwartet. Das Unternehmen verdreifachte nach Angaben vom Donnerstag seinen Verlust im vierten Quartal auf 115 Millionen Euro, während Branchenexperten lediglich mit einem Fehlbetrag von 78 Millionen Euro gerechnet hatten. „Es besteht kein Zweifel daran, dass Pumas Markenbegehrtheit gesteigert, die Absatzprobleme behoben und die Vertriebswege verbessert werden müssen“, sagte der neue Vorstandschef Björn Gulden zur Bilanzvorlage am Donnerstag in Herzogenaurach.

Im Gesamtjahr schrammte Puma nur knapp an einem Verlust vorbei. Der Nettogewinn brach um 92 Prozent auf 5,3 Millionen Euro ein. Um den französischen Luxusgüterkonzern Kering als Haupteigner zu besänftigen, greift Puma in seine Rücklagen: Während der Konzern je Aktie nur 36 Cent Gewinn erwirtschaftete, sollen wie im vergangenen Jahr 50 Cent je Anteilsschein ausgeschüttet werden. Die Puma-Aktie verlor im Kleinwerteindex SDax bis zu 3,1 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 201,50 Euro. Als Kering im Jahr 2007 bei dem Adidas-Rivalen eingestiegen war, hatte das Papier noch Höchstwerte um 330 Euro erreicht. Der Kering-Kurs sank in Paris um 0,7 Prozent.

Zunehmend schwieriger

Nettoergebnis der größten Sportartikelhersteller

2011/2012, in Mio. Euro


Gulden, der im vergangenen Jahr bei Puma angetreten war, hatte zuletzt den Konzernumbau forciert. Der frühere Profifußballer aus Norwegen will die Franken wieder als Sportmarke profilieren, nachdem sich das Unternehmen mit Lifestyle-Kleidung und einer überbordenden Produktpalette verzettelt hatte. Gulden kündigte bereits eine lange Durststrecke an, in der Kunden zurückgewonnen werden sollen.

Im laufenden Jahr wird der Umsatz dem Manager zufolge auf dem Vorjahresniveau von knapp Milliarden Euro stagnieren, der Überschuss soll jedoch deutlich steigen. Die Umsatzrendite werde auf drei von 0,2 Prozent zulegen. Operativ dürften aber Marketingkosten das Ergebnis belasten. Puma rechnet mit einem Rückgang der Ebit-Marge auf 5,0 von 6,4 Prozent. Das Unternehmen will seinen neuen Auftritt als schnelle Sportmarke im Herbst mit einer großen Werbekampagne präsentieren. Gulden kündigte an, einen weiteren Standort zu schließen, um Konzernaufgaben noch stärker am fränkischen Firmensitz zu bündeln. Der Konzernbereich für das Einzelhandels- und Internet-Geschäft soll von der Schweiz nach Herzogenaurach verlegt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Loewe.
    was hat Puma eigentlich für ein Konzept ???
    Bin selbst ein Fan von Puma-Kleidung, aber manchmal kommt man sich vor wie bei Aldi.
    Die Farben sind so übertüncht, dass man kaum herausfiltern kann, wie die auf die Farben kamen.
    Das Outfit sieht aus, als wenn jemand mit dem Farbbeutel über die Kleidung geschüttet hätte.
    Klare Linien gibt es bei Puma nicht.
    Es wirkt wie ein Flickenteppich den man wild zusammen setzen kann ???
    Was dabei herauskommt, drückt sich auch in den Zahlen aus.
    Es fehlen strukturelle Ziele, welche Personengruppe man ansprechen soll, wo man die Älteren, ab 30 Jahre anspricht, Beispiel: Fussball, Tennis, Golf, Laufen, Freizeit, Abendgarderobe etc.
    oder dass man die unter 16 jährigen begeistern könnte.
    Es fehlt nach meiner Einstellung eine konsequente Strukturierung in dem System.
    Schade um das Zeichen "Puma".
    Das könnte man vielfältiger herausheben und somit auch Personen ansprechen, die nicht viel von Sport halten.
    Auch ist zu beachten, dass der finanziellen Hintergründe der jeweiligen anzusprechenden Personengruppen.
    Aber da man sowieso schon in Billigländern produzieren lässt, sollte es doch keine Herausforderung sein, dem mehr Augenmerk zugestehen.
    Was ich gut finde, die Kleidung "pumaoceanracing".
    Das hat mich angesprochen, aber davon gibt es viel zu wenig an Alternativen. Da hilft auch die Werbung mit Dortmund und neuerdings bei Arsenal. Dort zahlt man drauf. Aber dafür muss woanders Abstriche gemacht werden.
    Leider !!!!! Geld muss für die Werbung verdient werden und wenn dass nicht fliesst,hilft auch kein großer Fussballclub.
    Schade für "Puma"

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