Tiefkühllager Erneut überlagertes Fleisch gefunden

In einem Tiefkühllager in Gelsenkirchen haben Kontrolleure weitere 23 Tonnen überlagertes Fleisch gefunden. In dem Lager waren zuvor insgesamt 60 Tonnen verdorbenes Fleisch gefunden worden. Auch in Neuss wurden 36 Tonnen Fleisch aus einem Tiefkühllager sichergestellt.
Ein Teil der sichergestellten Ware in dem Kühlhaus in Gelsenkirchen. Foto: dpa

Ein Teil der sichergestellten Ware in dem Kühlhaus in Gelsenkirchen. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. In Neuss seien die Mindesthaltbarkeitsdaten des Fleisches in den vergangenen Monaten abgelaufen, teilte das nordrhein-westfälische Verbraucherministerium am Donnerstag mit. Nun solle geklärt werden, ob das Fleisch noch genießbar sei. Bis dahin bleibe die Ware unter Verschluss.

Zuvor war bekannt geworden, dass Kontrolleure in einem Gelsenkirchener Kühlhaus weitere 23 Tonnen überlagertes Fleisch sichergestellt hatten. Die Wurst- und Fleischwaren seien bereits in der vergangenen Woche gefunden worden, teilte das Ministerium mit. Der Gelsenkirchener Stadtsprecher Martin Schulmann schloss am Donnerstag nicht aus, dass zumindest ein Teil des Fleisches in Umlauf gelangen sollte. In dem Gelsenkirchener Tiefkühllager, das von verschiedenen Firmen genutzt wird, waren nach Angaben des Ministeriums zuvor insgesamt 60 Tonnen verdorbenes Fleisch gefunden worden.

Vorläufige Entwarnung gaben die Behörden in Hessen: Dort wurden zwar in einem Fleisch verarbeitenden Betrieb fünf Tonnen Schweinefleisch beschlagnahmt. Nach ersten Untersuchungen sei das Fleisch allerdings in Ordnung, teilte das Umweltministerium mit. Die Ware stamme von einem in den Fleischskandal verwickelten Betrieb in Gelsenkirchen.

Angesichts der immer neuen Entdeckungen begrüßte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) den Maßnahmenkatalog von Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU). „Verantwortungslosen Geschäftemachern, die bedenkenlos rechtliche Vorgaben missachten, muss das Handwerk gelegt werden“, sagte HDE-Geschäftsführer Detlef Groß. Die Einzelhändler wollen demnach ihre Erfahrung bei der Selbstkontrolle einbringen.

Die Vorsitzende des Verbraucher-Ausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (Grüne), forderte die Bundesregierung zur raschen Umsetzung der Sofortmaßnahmen auf. Höhn lobte das Vorhaben Seehofers, die Namen betrügerischer Fleischfirmen zu veröffentlichen.

Der SPD-Verbraucherpolitiker Manfred Zöllmer regte an, Lebensmittelkontrollen länderübergreifend zu organisieren. Er kritisierte, dass der Verbraucherschutz an unterschiedlichen Regelungen scheitere. „Das ist der real existierende Föderalismus. Die Kontrolleinrichtungen sind ganz unterschiedlich strukturiert“, sagte Zöllmer im RBB-Inforadio.

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