Tiefkühlprodukte im Test
Kalt erwischt

Tiefkühlpizza, Fischstäbchen, Eistorte oder Iglo-Rahmspinat – beim Verkauf von Tiefkühlkost schlagen die beiden Marktführer Aldi und Edeka ihre direkten Verfolger Lidl und Rewe um Längen. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine repräsentative Marktstudie von TNS Infratest, KPMG und Handelsblatt. Während Deutschlands größter Discounter Aldi und der Hamburger Supermarktriese Edeka ihre Stammkunden an der Kühltheke begeistern, sorgen die jeweiligen Branchenzweiten für Enttäuschung.

DÜSSELDORF. Der „KPMG Sortimentsmonitor“, der Monat für Monat die aus Kundensicht attraktivsten Einkaufsstätten für unterschiedliche Warengruppen ermittelt, fand heraus: Mit seinen Tiefkühlprodukten, die erst vor wenigen Jahren nach langem Zögern Einzug in die schmucklosen Läden hielten, lässt Aldi die meisten seiner Rivalen heute weit hinter sich. Bei durchschnittlicher Qualität, aber einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt Aldi mit guter Übersichtlichkeit und einem sensationell niedrigen Preisniveau. 16 Prozent aller Verbraucher, so das Ergebnis der Studie, nennen den Discountkönig als Stammgeschäft für Tiefkühlkost – fast doppelt so viele wie Lidl, die Nummer zwei unter den Billigmärkten.

Der Verfolger aus dem schwäbischen Neckarsulm leistet sich gegenüber Aldi Schwächen: Seine Kunden beurteilen das Preisniveau nicht nur deutlich höher, auch in Sachen Qualität, Frische und Sortimentskompetenz hinkt Lidl hinterher. Während Aldi für sein Tiefkühlangebot von seinen Stammkunden die Note 2,2 erhält, schaffen die Neckarsulmer bei ihren lediglich einen Schnitt von 2,5.

Ähnliches zeigt sich im Wettbewerb zwischen der Hamburger Edeka und ihrem Kölner Verfolger Rewe. Geht es um die Beurteilung der Tiefkühlkost, loben Edekas Kunden Produktqualität, Auswahl, Frische und Sortimentskompetenz, aber auch das reichhaltige Angebot. Selbst beim Preis-Leistungs-Verhältnis hält sich Edeka tapfer im Mittelfeld. „Das Unternehmen sorgt hier mit seinen zahlreichen Eigenmarken für günstige Einstiegspreise“, sagt KPMG-Handelsexperte Johannes Siemes.

Ganz anders bei Rewe. Dort kritisiert die Stammkundschaft das Eigenmarkenangebot als unterdurchschnittlich. Schlimmer noch: Die Noten für Einkaufsfaktoren wie Qualität, Frische oder Sortimentskompetenz liegen auf dem Niveau der billigen Discounter. Nur billig ist Rewe dabei nicht. Den Preisen für Tiefkühlkost attestieren Rewes Stammkunden Apothekenniveau. Hier schaffen die Kölner sogar einen Negativrekord: Bei keinem der bislang untersuchten Sortimente (Wurst & Fleisch, Obst & Gemüse, Reinigungsmittel, Molkereiprodukte) offenbarte ein Supermarktbetreiber ein derart verheerendes Preisimage. Kein Wunder, dass Deutschlands zweitgrößter Handelskonzern nicht einmal ein Drittel so viel an Stammkunden für sein Tiefkühlgeschäft besitzt wie Aldi.

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