Tiefseehafen
Jade-Weser-Port droht zum Flopp zu werden

Nach dem Flughafen Berlin droht nun auch der Jade-Weser-Port zur Blamage zu werden. Der Tiefwasserhafen zählt zu einem der größten deutschen Infrastrukturvorhaben Deutschlands. Doch die Kaimauer ist bereits marode.
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WilhelmshavenAuf den Tag genau, nach zwei Monaten Fahrtzeit, erreichte die Zhen Hua 24 aus China Wilhelmshaven. Alles sprach dafür, dass der Spezialfrachter die vier je 1750 Tonnen schweren Containerbrücken an Deck so schnell wie möglich abladen würde. Und je eher die 80 Meter hohen Stahlkolosse stünden, desto früher würden sie ihren Dienst aufnehmen und Containerschiffe entladen können.

Doch der Eindruck täuschte. Kurz vor der Hafeneinfahrt verweigerte die Versicherung des Hafens die Haftung für das Unterfangen - wegen zahlreicher Baumängel und brüchigen Fundaments der Kaimauer. Nur ein Machtwort von Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode verhinderte, dass Zhen Hua 24 wieder abdrehte. Die landeseigene Hafengesellschaft, verfügte der Freidemokrat, werde für mögliche Schäden des riskanten Manövers aufkommen. Seitdem werden die gigantischen Kräne, die größten der Welt, behutsam aufgebaut.

Die eintägige Verzögerung Mitte Mai wäre kaum der Rede wert, wäre sie nicht symptomatisch für den Jade-Weser-Port (JWP) in Wilhelmshaven, mit einem Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro eines der großen deutschen Infrastrukturvorhaben nach dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 und dem Flughafen Berlin-Brandenburg.

Mehr als 220 Risse haben sich inzwischen in die 1000 Meter lange neue Kaimauer gefressen, die einmal die größten Schiffe der Welt aufnehmen und der einzige Tiefwasserhafen Deutschlands werden soll. Statt demnächst riesige Containerschiffe zu empfangen und tonnenschwere Güter überall hin zu verfrachten, droht der deutschen Waterkant ein ähnlicher Flopp wie in der Bundeshauptstadt.

Der Starttermin Anfang August ist bereits Makulatur. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) kündigte nach einem Krisentreffen mit allen Beteiligten an, der Hafen eröffne erst Ende September. Vorausgesetzt, die Unternehmensgruppe Bunte aus Papenburg, die für den Bau verantwortlich ist, übergibt bis August eine einwandfreie Kaimauer. Denn nur so sind die Planungen des Terminalbetreibers Eurogate zu halten, der mit einer Anlieferung der Containerbrücken schon im März gerechnet hatte und diese von Mitte Mai an testen wollte. "Für den Probebetrieb brauchen wir drei Monate", heißt es bei Eurogate. Selbst der September-Termin wackelt daher gehörig.

Ob der Hafen danach durchstarten kann, ist aber weiterhin fraglich: "Reedereien schlagen aktuell noch einen Bogen um den Jade-Weser-Port", sagt Jan Ninnemann, Professor für maritime Logistik an der HSBA Hamburg School of Business Administration. Ein Blick auf die Fahrpläne lasse keinen Rückschluss auf einen möglichen Anlauf von Wilhelmshaven zu. Die Reedereien hätten längst Speditionen als Kunden anwerben müssen: "Doch an der Vertriebsfront herrscht Stille."

So gibt es bei den zwei großen deutschen Containerlinien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd derzeit "keine Pläne" für einen Anlauf in Wilhelmshaven, heißt es offiziell aus den Unternehmenszentralen in Hamburg. Und auch die Schweizerische Reederei MSC, die weltweite Nummer zwei, hat laut Insidern keine Pläne, Wilhelmshaven in ihr Streckennetz aufzunehmen.

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Nur eine Reederei wird den Hafen sicher anlaufen

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  • 2011 war der JWP Abiturthema in NRW (Grundkurs Erdkunde. Zentralabitur). Laut Wikipedia stößt die Nordrange bereits
    an Kapazitätsgrenzen, was für einen neuen Tiefseehafen spricht.
    Geisterhaft muten jedoch aktuellere TV-Reportagen (Nordseereport) an, die 6 Monate nach Eröffnung nur 1-2 Schiffen pro Woche konstatieren...

  • Ideologie und Wunschdenken statt klarem Menschenverstand, Bürokratisierung und Runde Theoretikertische statt Pragmatismus und Eigeninitiative - das ist das neue Deutschland. Ob Genehmigungspolitik, Bundeswehrlogistik, Großprojektewahnsinn, Schulpolitik oder Studienreform: überall gibt die Politik den Ton an, begleitet von angeblichen Fachleuten, die aber bisweilen ihre Position nicht nur ihrem Sachverstand und ihrer Kompetenz verdanken. Wir sind immer noch ein Hochtechnologieland und unsere Strukturen funktionieren besser als in vielen anderen Ländern. Doch nicht nur im Baubereich liegen wir immer öfter völlig daneben. Masterstudiengänge statt bewährtes Diplom, komplizierte und teils praxisferne Schulreformen, ausufernde Gesetzes- und Gefahrenverordnungen, Umweltauflagen, massive Einflussnahme der Politik in schon laufende Großprojekte wie Elbphilamonie und diverse Bahnhöfe, Flughäfen, Infrastruktur usw. Wir schaffen uns wirklich systematisch ab...

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