Tiefster Kurs der Unternehmensgeschichte
Neue Turbulenzen bei Swiss

Der Schweizer Fluggesellschaft Swiss drohen neue Turbulenzen. Der Kurs ihrer Aktie sackte in dieser Woche auf den tiefsten Stand in ihrer über zweijährigen Geschichte - rund sieben Franken (4,5 Euro).

HB GENF. Zwar befinden sich nur zehn Prozent der Aktien in Streubesitz, doch ist der Absturz ein Zeichen dafür, dass die Anleger dem Swiss-Management nicht zutrauen, die Kosten in den Griff zu bekommen. In zwei Wochen sollen die Zahlen für das erste Halbjahr 2004 vorgelegt werden. Experten gehen von neuen Entlassungen und der weiteren Aufgabe von Strecken und Standorten aus.

Der Kanton Zürich ist schon bereit, für die Swiss-Aktien an einer Verkaufssperre festzuhalten. Dafür hatte sich Finanzminister Hans-Rudolf Merz ausgesprochen. Ein entsprechender Vertrag läuft Ende August aus. Der Bund ist mit einem Anteil von 20,4 % der größte Swiss-Aktionär. Der Kanton Zürich hält 10,2 %. Ähnlich große Aktienpakete besitzen die beiden Großbanken UBS (10,4) und Credit Suisse Group (10,0).

Die Swiss schweigt hartnäckig zu allen Spekulationen. Aber der neue Chef, der Deutsche Christoph Franz, hatte die Parole ausgegeben, dass es bei der Suche nach Sparmöglichkeiten keine Tabus mehr geben dürfe. Spekuliert wird unter anderem, dass sich die Swiss auf Zürich konzentriert und Basel und Genf als Standort und Anflugziel aufgibt.

Einer der Gründe für die aktuellen Finanzprobleme ist der hohe Ölpreis. Die Swiss hatte im Frühjahr Terminkontrakte, die den Preis für Kerosin im voraus festlegen, verkauft, um liquide zu bleiben. Das rächt sich jetzt bei steigenden Kosten. Experten gehen davon aus, dass an flüssigem Kapital bald kaum mehr als 250 Mill. Franken übrig bleiben werden, wenn die täglichen Verluste von über 1,2 Mill. Franken anhalten. Schon im ersten Quartal wurden statt der erwarteten schwarzen Null 78 Mill. Franken Verlust gemacht.

Analysten erwarten eigentlich nur eine Verbesserung durch eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa, wie es auch die Regierung bevorzugt. Doch wie weit diese Gespräche sind, ist derzeit nicht zu erfahren.

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