Toaster, Fernseher und Co
Elektromärkte sollen alte Geräte annehmen

Verbraucher sollen alte Elektrogeräte künftig leichter bei Händlern abgeben können: Bundesumweltministerin Hendricks will große Geschäfte zur Rücknahme verpflichten. Der Handel findet Argumente dagegen.
  • 0

BerlinBundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will nicht, dass Altgeräte im Hausmüll landen: "Mit dem neuen Gesetz werden künftig noch weniger Altgeräte im Hausmüll landen und stattdessen umweltfreundlich entsorgt", erklärte Hendricks. "Das schützt die Umwelt und schont Ressourcen." Verbraucher sollen künftig die Möglichkeit haben, alte oder kaputte Geräte nicht nur bei Recyclinghöfen, sondern auch problemlos beim nahe gelegenen Händler abzugeben.

Die Hoffnung des Umweltministeriums ist, so die Wiederverwertung von wichtigen Rohstoffen zu verbessern. Hendricks will ihren Gesetzesentwurf am Mittwoch ins Kabinett einbringen, sie setzt damit europäische Vorgaben um.

Bisher ist die Rücknahme von Altgeräten für die Händler freiwillig. Künftig sollen große Händler mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern alle kleinen Elektrogeräte wie etwa einen Fön oder einen Toaster zurücknehmen müssen. Will ein Kunde ein größeres Gerät zurückgeben - das an mindestens einer Kante mehr als 25 Zentimeter lang ist - muss der Händler es aber nur entgegennehmen, wenn der Verbraucher ein gleichwertiges Neugerät kauft. Die Regelung gilt auch für Online-Händler.

Handel nennt Rücknahmepflicht unnötig

Der deutsche Einzelhandel kritisierte die gesetzliche Rücknahmepflicht als unnötig. "Anders als in anderen EU-Ländern funktioniert die Rücknahme von Elektroaltgeräten bereits heute auf sehr hohem Niveau", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Kai Falk, der Nachrichtenagentur AFP. Denn neben den Wertstoffhöfen gebe es auch flächendeckend Elektrofachmärkte oder Baumärkte, die freiwillig alte Geräte annehmen.

"Eine gesetzliche Verpflichtung wäre daher eigentlich überflüssig gewesen", monierte Falk. Und für den Verbraucher am besten sei eine haushaltsnahe Entsorgung über die geplante Wertstofftonne. Positiv findet es der HDE-Chef jedoch, dass kleine Geschäfte von den Bestimmungen befreit werden.

Genau diese Ausnahmeregel kritisierten die Grünen als "halbherzig". Parteichefin Simone Peter befürchtet: "Die Beschränkung der Rücknahmepflicht auf wenige große Geschäfte schränkt den Nutzen für die Verbraucher erheblich ein." So sei damit zu rechnen, "dass weiter zu viele Elektrogeräte im Hausmüll landen".

Davon abgesehen findet der Vorstoß aber die Zustimmung der Grünen. "Die Rücknahmepflicht für Elektrogeräte ist ein richtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft", sagte Peter. Dadurch habe der Handel künftig ein Eigeninteresse, die Müllmengen zu verringern und langlebigere, reparaturfähige Produkte zu verkaufen, hoffte die Grünen-Chefin, denn: "In Deutschland fällt viel zu viel Elektroschrott an - rund 700.000 Tonnen im Jahr."

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Toaster, Fernseher und Co: Elektromärkte sollen alte Geräte annehmen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%