Tochtergesellschaft hat Insolvenz angemeldet
Sirius bringt WCM unter Druck

Das WCM-Tochterunternehmen Sirius hat Insolvenz angemeldet. Das bringt WCM unter Druck, die Aktie wurde vom Handel ausgesetzt. Nach den Worten von WCM-Chef Roland Flach verschafft die Insolvenz von Sirius der angeschlagenen Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft jedoch Raum für einen zügigen Schuldenabbau.

HB FRANKFURT. Wie WCM am Freitag mitteilte, hat die Geschäftsführung der Sirius Beteiligungsgesellschaft GmbH beim Amtsgericht Stralsund Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Dieser Schritt sei notwendig geworden, nachdem die Banken der Sirius die Kredite der Gesellschaft nicht verlängert hätten und unter den Sirius-Gesellschaftern bislang keine Einigung über ein mit den Banken abgestimmtes Verhalten erzielt worden sei.

Nach Einschätzung von WCM hätte ein gemeinsam getragenes Verfahren einen Verkauf der von Sirius gehaltenen Aktien an der Immobiliengesellschaft IVG möglich gemacht, was sowohl für die beteiligten Banken als auch für die Sirius-Gesellschafter von Vorteil gewesen wäre. Es sei allerdings nicht möglich gewsesen, eine solche Einigung mit den anderen Gesellschaftern von Sirius zu wirtschaftlich tragbaren Bedingungen zu erzielen.

„Die Sirius-Insolvenz hat keine direkte Auswirkung. Vielmehr kann jetzt die Verwertung der IVG-Aktien geregelt ablaufen und zu einem Abbau unserer Schulden beitragen“, sagte Flach der Nachrichtenagentur Reuters. Die Banken der Sirius hatten Anfang November einen Kredit von knapp 600 Mill. € fällig gestellt. Sie wollen jetzt noch in diesem Jahr die dazu gehörenden Sicherheiten - die knapp 50 % an IVG - versteigern. Das Risiko einer Mithaftung seitens der WCM für den Fall, dass weniger als 600 Mill. erlöst werden, habe sich verringert, sagte Flach.

WCM sucht immer noch nach einem neuen Investor, der die dringend benötigte Kapitalerhöhung des Unternehmens mitträgt. Denn WCM-Großaktionär Karl Ehlerding muss sich auf Druck seiner Banken mindestens von der Hälfte seines 42,5-prozentigen Anteils an WCM trennen, um seine eigenen Schulden von rund 450 Mill. € bedienen zu können.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte WCM-Aktie weitete am Nachmittag ihre Verluste aus, bevor sie wegen der Mitteilung vom Handel ausgesetzt wurde. Ein Verkauf der IVG-Aktien würde die Stimmung für WCM belasten, da die IVG-Beteiligung als ein wichtiges Standbein der Immobilienbeteiligungsgesellschaft bewertet werde, erklärte ein Händler.

Die WCM-Aktie brach nach Wiederaufnahme des Handels in der Spitze um mehr 20 % auf 0,97 € ein. Die ebenfalls im MDax notierte IVG-Aktie legte indes um mehr als sieben Prozent auf 9,58 € zu.

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