Tochterunternehmen werden veräußert
RWE will sich von Wassergeschäft trennen

Nach nur fünf Jahren will sich der Essener Energiekonzern RWE zum überwiegenden Teil wieder aus dem Wassergeschäft zurückziehen und sich auf das Strom- und Gasgeschäft konzentrieren. Erstes Opfer ist die amerikanische Tochter American Water Works.

HB ESSEN. Die Tochter soll in einem ersten Schritt veräußert werden. Dabei sei sowohl ein Börsengang als auch der Verkauf an Finanzinvestoren denkbar. Bis Ende 2007 solle die Trennung von dem Geschäftsfeld Wasser in Nordamerika und Großbritannien vollzogen sein, teilte RWE am Freitag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung in Essen mit.

Sobald dieser Verkauf in die Wege geleitet worden sei, werde nach Trennungsmöglichkeiten für Thames Water in Großbritannien gesucht. Das kontinentale Wassergeschäft soll dagegen in die Vertriebstochter RWE Energy integriert werden. Früheren Angaben zufolge handelt es sich hierbei um kleinere Wassergeschäfte. RWE begründet die geplante Abtrennung des Wassergeschäfts mit den geringen Synergien zwischen den nordamerikanischen und britischen Wassergeschäft einerseits sowie der Wasserversorgung und den Strom- und Gasaktivitäten andererseits.

Von den geplanten Transaktionen sollen auch die RWE-Anteilseigener profitieren. Nach dem Verkauf von American Water werde die Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2006 statt der bisher geplanten 50 Prozent auf 70 bis 80 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses steigen. Nach dem Verkauf von Thames Water erwarte RWE für 2007 ebenfalls eine Quote von 70 bis 80 Prozent. Nach diesen beiden Steigerungen solle eine Quote von 50 Prozent als „Mindestmarke“ gelten, kündigte RWE-Chef Harry Roels an.

Ziel von RWE sei es, die Position als führender Energieanbieter in seinen Kernregionen weiter zu stärken, betonte Roels. Mögliche Zukäufe „werden wir genau auswählen“. „Wir sind nicht in Eile“, unterstrich der RWE-Chef. Das Wassergeschäft in Nordamerika und Großbritannien hatte 2004 mit 4,1 Milliarden Euro rund 10 Prozent zum Außenumsatz des Konzerns beigetragen. Operativ fuhren beide Unternehmen auf Ebitda-Basis rund zwei Milliarden Euro ein. Analysten hatten häufig kritisiert, dass es zwischen dem Wassergeschäft und den beiden anderen bisherigen Kerngeschäften Strom und Gas nur sehr dürftige Synergien gebe. Bis zu fünf Milliarden Euro könnte RWE durch einen Börsengang einnehmen, rechneten Analysten vor. Die Situation auf dem britischen Markt sei günstig.

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