Toll Collect tritt in Tschechien, Ungarn und der Slowakei gegen Mikrowellen-Technik an
Die Zukunft der Maut-Systeme entscheidet sich in Osteuropa

Wer beim Lastwagen-Mautsystem künftig in Europa die Nase vorn hat, entscheidet sich in Bratislawa, Prag und Budapest. Das berichten derzeit unisono die Betreiber der in Europa konkurrierenden Systeme zur Mauterfassung.

ZÜRICH. Sie alle blicken auf die Slowakei, Tschechien und nach Ungarn, wo voraussichtlich in diesem Jahr die Ausschreibungen für neue Mautsysteme starten. Wessen System dort zum Zuge kommt, der hat Chancen, sich langfristig in ganz Europa durchzusetzen. „Es sind ganz wichtige Projekte, die da laufen“, bestätigte ein Sprecher des deutschen Mautsystem-Betreibers Toll Collect. Die Deutschen planen, sich an allen drei Ausschreibungen zu beteiligen, von denen die erste in der Slowakei möglicherweise bereits im Juli beginnen soll.

Hauptkonkurrenten der Deutschen auf den osteuropäischen Märkten sind die Österreicher. Die dortige Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag hat ebenfalls Interesse an den entscheidenden Ausschreibungen in den Nachbarländern. Sie zieht in Österreich die Lastwagenmaut ein, die mit Hilfe einer so genannten Go-Box berechnet wird. Das Gerät montieren LKW-Fahrer hinter ihre Windschutzscheibe. Die Box kommuniziert per Mikrowelle mit entsprechenden Empfangsgeräten, die in kurzen Abständen auf Autobahnbrücken installiert sind. Das System arbeitet zuverlässig seit Anfang des Jahres 2004. Auch andere Länder wie Portugal und Spanien setzen auf diese Technik.

Ein Jahr später als die Österreicher ist das deutsche Mautsystem nach etlichen Pannen an den Start gegangen. Es arbeitet auf Grundlage des Satellitenortungssystems GPS und braucht im Gegensatz zur Mikrowellen-basierten Technik keine Empfangsstationen an den Autobahnen. Die Sender in den Lastwagen melden ihre Position via Satellit.

Auch wenn sich Osteuropa für diese Technik entscheidet, werden beide Systeme noch auf Jahre hinaus parallel in Europa bestehen, glaubt ein Sprecher der österreichischen Asfinag.

Die europäische Kommission toleriert die unterschiedlichen Systeme. Sie fordert aber technische Lösungen, die es Lastwagenfahrern ersparen, gleich mit mehreren Boxen hinter der Windschutzscheibe Europa durchqueren zu müssen. Fachleute in Brüssel schätzen eine satellitengestützte Technik zudem als zukunftsträchtiger ein als die Mikrowellentechnik. Die Bundesregierung in Berlin hofft auf einen Erfolg des deutschen Systems, weil sie nach dem Mautvertrag bei der wirtschaftlichen Verwertung der deutschen Technik ein Wort mitzureden hat.

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