Tom Taylor

Frisches Kapital von Großaktionär Fosun

Tom-Taylor-Chef Heiko Schäfer verabschiedet sich vom Expansionskurs seines Vorgängers und baut bei der Modefirma kräftig um. Ein Teil der Sanierungskosten soll vom chinesischen Großaktionär Fosun kommen.
Der Modekonzern steht vor einem großen Umbau. Quelle: dpa
Tom Tailor

Der Modekonzern steht vor einem großen Umbau.

(Foto: dpa)

DüsseldorfInterims-Chef Heiko Schäfer will bei der Modefirma Tom Tailor aufräumen und nimmt dafür einen hohen Verlust in Kauf. Einen Teil der Sanierungskosten will sich Schäfer über eine Kapitalerhöhung von Großaktionär Fosun besorgen, wie Tom Tailor am Donnerstag mitteilte.

Damit würde der chinesische Investor die 30-Prozentschwelle bei Tom Tailor reißen, was eigentlich ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre nach sich ziehen würde. Fosun wolle sich aber bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) von dieser Verpflichtung befreien lassen, erklärte Tom Tailor. Der Großaktionär aus China hält aktuell 29,47 Prozent an der Modekette mit den Marken Tom Tailor und Bonita.

Das sind Europas größte Modekonzerne
Platz 10: Calzedonia
1 von 10

Die Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ untersucht jedes Jahr die Umsätze der größten europäischen Bekleidungshersteller. Die Analyse zeigt: Der Markt steht vor großen Herausforderungen. Zwar konnten die meisten Konzerne wie zum Beispiel Calzedonia wachsen, doch die Krise in Russland und der Ukraine dürfte sich früher oder später in den Bilanzen niederschlagen.

Umsatz 2013: 1,60 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 1,85 Milliarden Euro
Veränderung: + 15,4 Prozent

Platz 9: Giorgio Armani
2 von 10

1975 gründete Georgio Armani das Modelabel Armani. Mittlerweile gehört der Konzern zu den Größten der Modebranche. Für Armani arbeiten rund 6500 Menschen. Neben Kleidungsstücken vertreibt Armani außerdem Home-Artikel und Parfüms. Seit 2002 verkauft der Konzern auch Konfiserie-Artikel sowie verschiedene Honig- und Marmeladensorten. Acht Jahre später entstand im Burj Khalifa in Dubai das erste Hotel im Armani-Stil.

Umsatz 2013: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,00 Milliarden Euro
Veränderung: + 14,2 Prozent

Platz 8: Esprit
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Ehemals etablierte Marken sind zu teuren Restrukturierungen gezwungen. So muss sich Esprit auf die Ansprüche der Kunden im digitalen Zeitalter einstellen, heißt es in der Studie von „TextilWirtschaft“. Auch Gerry Weber ist davon betroffen. Darüber hinaus leiden die Modekonzerne auch unter dem starken Dollar, der die Beschaffung verteuert. Esprit trifft es besonders hart. Bei keinem anderen Modekonzern in den Top-20 ist der Umsatz derart stark geschmolzen.

Umsatz 2013: 2,35 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,10 Milliarden Euro**
Veränderung: - 10,7 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/2015

Platz 7: Kering
4 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnlich Umsätze. 2014 konnte Kering seinen Umsatz um knapp zwölf Prozent erhöhen.

Umsatz 2013: 2,13 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,38 Milliarden Euro
Veränderung: + 11,6 Prozent

Platz 6: Hugo Boss
5 von 10

damDie Edelmarke Hugo Boss ist das zweitgrößte Modeunternehmen Deutschlands. Gegründet wurde es 1924 in Metzingen durch Hugo Ferdinand Boss. Ursprünglich stellte Hugo Boss Berufskleidung her. Unrühmlich ist die Vergangenheit des Konzerns. Im Zweiten Weltkrieg stellte der Konzern die Uniformen für SA, SS und die Wehrmacht her. Dafür wurden unter anderem Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa eingesetzt. Erst nach dem Krieg und dem Tod des Gründers 1948 wurde Hugo Boss zum Modekonzern. Unter der Leitung von Hugo Ferdinand Boss' Schwiegersohn Eugen Holy begann das Unternehmen damit, Herrenanzüge herzustellen.

Umsatz 2013: 2,43 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,57 Milliarden Euro
Veränderung: + 5,8 Prozent

Platz 5: Tommy Hilfiger
6 von 10

Modedesigner Tommy Hilfiger rief 1984 in New York sein eigenes Modelabel ins Leben. Dass der Konzern im Ranking europäischer Modekonzerne gelistet ist, hat er seinem Firmensitz zu verdanken. Tommy Hilfiger sitzt seit 1997 in Amsterdam. 13 Jahre später wurde das Unternehmen durch den US-Konzern Phillips-Van Heusen übernommen.

Umsatz 2013: 2,56 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro*
Veränderung: + 5,3 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/15

Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Krieg gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2013: 2,26 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro
Veränderung: + 19,6 Prozent

Schäfer rechnet aufgrund der Kosten von rund 75 Millionen Euro für die Sanierung der Firma 2016 mit einem „deutlich negativen Periodenergebnis“. Für den Umsatz prognostizierte er zwar unverändert einen Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich, kassierte aber das Ziel für den operativen Gewinn (Ebitda) ein. Dieser werde nur noch zehn bis 20 Millionen Euro erreichen statt wie ursprünglich geplant 76 Millionen Euro wie im Vorjahr.

Interims-Chef Schäfer hatte sich bereits vier Wochen nach seinem Amtsantritt von dem Expansionskurs seines Vorgängers verabschiedet. Er kündigte die Schließung Hunderter Geschäfte und den Rückzug aus unprofitablen Auslandsmärkten an. „Für uns steht nicht der Umsatz, sondern die Profitabilität im Vordergrund“, hatte er im Reuters-Interview gesagt. Die Einsparungen sollen den finanziellen Spielraum schaffen, um in die Kernmarken Tom Tailor und Bonita sowie in die Beschleunigung der Digitalisierung zu investieren

  • rtr
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