Top-Wirtschaftsjuristen
Die Stunde der Anwälte

Über 150 000 Anwälte sind in Deutschland zugelassen – und der Markt ist alles andere als transparent. Jetzt hat die Fachzeitschrift Best Lawyers die Top-Wirtschaftsanwälte Deutschlands aus 41 Rechtsgebieten von Gesellschafts- über Insolvenz- und Arbeits- bis Steuerrecht ermittelt, die von Kollegen empfohlen werden.

DÜSSELDORF. Weißt Du einen guten Insolvenzrechtler in Bayern, der unsere angeschlagene Tochter wieder auf Vordermann bringt? Einen Anwalt, der uns bei der Umsetzung von Kurzarbeit unterstützt? Einen, der unsere Konzernstruktur so umgestalten kann, dass die Steuerlast sinkt und das Cash-Pooling funktioniert? Solche und ähnliche Fragen haben viele Manager schon mindestens einmal zu hören bekommen. Klar ist: In der Wirtschaftskrise läuft nichts ohne versierten Rechtsrat.

Denn wirtschaftliche Krisen münden oft in rechtliche Krisen. Dann schlägt die Stunde der Anwälte. Selbst in Betrieben, die eine eigene Rechtsabteilung haben, werden externe Anwälte in Spezialfragen zu Rate gezogen – und sei es nur, um die intern erarbeiteten Vertragsentwürfe und Restrukturierungsprogramme noch einmal auf Herz und Nieren prüfen zu lassen und damit die Haftungsfrage zu verlagern. Denn Wirtschaftskanzleien sind mit hohen Summen gegen falschen Rechtsrat versichert.

Wem immer ein Anwalt durch Hörensagen empfohlen wird – eines sollte der Beratene wissen: Den „besten Anwalt“ gibt es nicht. Der Grund: Die Juristerei ist keine exakte Wissenschaft und Rechtsberatung keine Rechenaufgabe. So kann ein Anwalt einen Prozess durchaus „lege artis“ – also nach den Regeln der Kunst – geführt haben und ihn dennoch verlieren. Ein anderer Anwalt mag brillant über mehrere Tage für seinen Mandanten verhandelt haben, ohne am Ende den Zuschlag für einen Auftrag oder einen Unternehmenskauf zu erhalten. Zu viele Faktoren entscheiden darüber, ob der gewünschte Erfolg eintritt oder nicht.

Juristische Beratung ist zuallererst eine persönliche Dienstleistung höherer Art und damit vor allem von gegenseitigem Vertrauen zwischen Anwalt und Mandant geprägt. Das gilt besonders in rezessiven Zeiten, in denen viele Unternehmer und Firmenlenker existenzielle Entscheidungen zu treffen haben.

Professionelle Mandanten werden deshalb bei der Wahl ihres Rechtsberaters genau hinschauen, was er in seinem bisherigen Berufsleben geleistet hat und welche Qualifikationen er mitbringt. Großunternehmen lernen Anwälte über „Beauty Contests“ kennen, führen Auswahlgespräche oder vergeben zunächst kleine Testmandate, um sich so von der Qualität und Integrität des Anwalts zu überzeugen. Doch für die Mehrzahl der Unternehmen ist der Anwaltsmarkt alles andere als transparent: über 150 000 Anwälte sind hierzulande zugelassen, von denen rund 100 000 aktiv als selbstständige Rechtsberater tätig sind. Zur Spitzengruppe der Wirtschaftsanwälte zählen Branchenkenner aber maximal fünf bis zehn Prozent.

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