Tourismus
Frühbucher-Rabatte: Fernweh schlägt Geiz

Wenn Reiseveranstalter unentschlossene Kunden möglichst schnell zur Urlaubsbuchung bringen wollen, greifen sie zur Werbetrommel und zu blumigen Begriffen. ITS aus dem Hause Rewe etwa erfindet den "Blitzbucher-Bonus", Alltours wirbt mit der Rabattstufe "Exxtra-Frühbucher" und Tui, dagegen schon fast langweilig, verheißt den "XXL-Bonus". Wer dem Trommeln folgt, spart richtig Geld.

DÜSSELDORF. Denn in diesen Fällen wird die Urlaubsreise um bis zu 30 Prozent billiger, als im Katalog angegeben. Und wenn?s bis zum Reiseantritt Aufschläge fürs Flugbenzin geben sollte, braucht der Frühbucher dafür nicht mehr zusätzlich ins Portemonnaie zu greifen.

Dass getrommelt wird, hat einen einfachen Grund: An Preiserhöhungen für die nächste Wintersaison kommt angesichts steigender Flugkosten, Lebensmittelpreise und Energie-Rechnungen auch in den Zielgebieten kaum ein Anbieter vorbei. Alltours-Inhaber Willi Verhuren kündigt vier Prozent Preissteigerung an und liegt damit an der Branchen-Obergrenze. Gleichwohl wiegelt er ab: "Reisen im Winter 2008/2009 wird zwar teurer, bleibt aber bezahlbar." Mit Steigerungen zwischen 20 und 60 Euro für eine zweiwöchige Flugpauschalreise "bewegen wir uns jetzt wieder auf dem Preisniveau des Jahres 2003".

Die Touristikbranche müht sich denn auch, ihre Klientel mit flotten Sprüchen und guten Rabatten bei Laune zu halten. Nachdem der geschäftliche Erfolg der noch nicht abgeschlossene Sommersaison von den Veranstaltern allgemein als positiv eingeschätzt wird, sorgen sie sich schon darum, wie es weiter geht.

Branchenweit geht die Furcht um, dass die durch Inflation und hohe Kerosinkosten steigenden Preise in Verbindung mit der Konjunkturschwäche die mühsam erreichte Aufwärtsentwicklung auf dem Reisemarkt wieder stoppen könnten.

Noch gilt allerdings das Prinzip Hoffnung. Volker Böttcher, Chef von Tui Deutschland, gab schon im Juli die Parole aus: "Trotz einer Verschlechterung des Konsumklimas bleibt die Nachfrage nach Urlaubsreisen unverändert hoch", erklärte er anlässlich der Vorstellung der Programme für den kommenden Winter. Kürzlich ergänzte Rembert Euling, Chef des Branchendritten Rewe Touristik: " Auch bei stagnierender Kaufkraft verzichtet der Kunde heute nicht auf seine Haupturlaubsreise."

In der für die Branche alles entscheidenden Sommersaison, die noch bis zum 30. September geht, melden die Veranstalter durchweg Zuwächse bei den Reisebuchungen und Umsätzen, die je nach Produkt allerdings unterschiedlich sind. "Der Gesamtmarkt wird in diesem Jahr um etwa vier Prozent wachsen", schätzt Michael Frese, Geschäftsführer von Dertour. Er selbst peilt für seine zum Rewe-Imperium zählenden Veranstaltermarken - neben Dertour auch Meier?s Weltreisen und ADAC Reisen - in der so genannten Baustein-Touristik mit individuell zusammenstellbaren Fernreisen ein Umsatzplus von zehn Prozent an.

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