Tourismus
Reisebranche nutzt die Vorteile des Internets

Immer mehr Menschen buchen ihre Ferien im Internet. Das hat gravierende Folgen für Urlaubsveranstalter und Reisebüros.
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FrankfurtAuf den ersten Blick sind es eher kleine Nachrichten: Im Februar kauften die Finanzinvestoren Permira und Axa Private Equity das Online-Reiseportal Opodo und bündeln es nun in einer neuen Gruppe mit den Reisedienstleistern Go Voyages und E-Dreams. Der Suchmaschinenkonzern Google kämpft bei der Übernahme des Online-Reisedienstleisters ITA mit der US-Justiz, und Marktführer Expedia kündigte vergangene Woche an, sein Bewertungsportal Tripadvisor an die Börse zu bringen.

Die Reisebranche ist im Umbruch. Das Internet wird bei der Planung des Urlaubs immer wichtiger. Die etablierten Vertriebsstrukturen geraten unter massiven Druck.

49 Prozent der Deutschen ab 14 Jahre nutzen nach Angaben des Verbands Internet Reisevertrieb (VIR) mittlerweile die Online-Informationen für ihre Reise. Vor zehn Jahren waren es nur 15 Prozent. Noch mehr schätzen Geschäftsleute den Trend in Richtung Internet. "Die neuen Services bieten mehr Effektivität, Sicherheit und Komfort für den Reisenden", sagt Dirk Gerdom, Chef des Geschäftsreiseverbands VDR.

Doch nur wer im Netz groß genug ist, wird auf Dauer profitieren. Der Grund: Das Internet kann vor allem dann gegenüber den klassischen Reisebüros punkten, wenn das gesamte Spektrum der Reiseanbieter verglichen werden kann.

Diese Einkaufsmacht ist es auch, die die Finanzinvestoren Axa Private Equity und Permira treibt, ihre Beteiligungen an den Portalen Opodo, Go Voyages und E-Dreams zu bündeln. Einige Zeit kämpften die zwei Fondsgesellschaften gegen- statt miteinander. Bei Go Voyages und E-Dreams lieferten sie sich eine Bieterschlacht. An deren Ende landete Go Voyages bei Axa, E-Dreams bei Permira.

Vor wenigen Tagen bekamen sie zusammen den Zuschlag für Opodo, nach Brancheninformationen für rund 500 Millionen Euro. Zusammen mit den beiden anderen Portalen soll nun einer der weltweit führenden Online-Reisedienstleister entstehen mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Der bisherige Marktführer Expedia kommt auf einen Umsatz von umgerechnet 2,4 Milliarden Euro.

Doch auch Expedia rüstet auf. In der vergangenen Woche gab das Unternehmen bekannt, seine Tochter Tripadvisor an die Börse bringen zu wollen. Über die Gründe schweigt das Unternehmen zwar beharrlich, doch de facto schafft Expedia so finanziellen Spielraum für eine weitere Expansion. Über Tripadvisor können Reisende ihre Erfahrungen und Bewertungen etwa von Hotels austauschen. Gerade mit solchen Zusatzdiensten können die Onlineportale mehr bieten als Reisebüros. Sie sind für den weiteren Erfolg im Online-Reisegeschäft strategisch wichtig. Wohl auch deshalb sollen die Tripadvisor-Aktien an die bestehenden Expedia-Aktionäre und nicht an Externe gehen.

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  • Sie vertauschen hier Gross Bookings (Wert der Buchungen) mit Umsatz bei Opdodo und Co. Gross Bookings bei Expedia liegen über 20 Mrd. US$, der Umsatz bei ca. 2,4 Mrd €. Bei Ododo, eDreams und Go Voyage liegen die Gross Bookings bei 2,5 Mrd €, nicht der Unsatz. Bis die Größe von Expedia erreicht wird, werden sicher noch viele Jahre vergehen, wenn überhaupt.

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