Touristik
Die Deutschen und ihre ungetrübte Reiselust

Weil sie sich rechtzeitig auf schlechte Zeiten eingestellt und die Zeit für Investitionen genutzt hat, konnte die Touristik die Krisenzeiten hinter sich lassen. Aufwärts ging es bereits in diesem Jahr wieder. 2011 plant die Branche ein kräftiges Wachstum.
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DÜSSELDORF. Peter Fankhauser, Deutschland-Chef des Reiseveranstalters Thomas Cook, zeigte sich in der Kaminstube des Frankfurter Nobel-Hotels Villa Kennedy vorgestern Abend bei einem vorweihnachtlichen Dinner entspannt und zuversichtlich wie lange nicht: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren trotz der weltweiten Krise Rekordgewinne erzielt. Mit einer Marge von drei Prozent sind wir der profitabelste Veranstalter in Deutschland. Unsere Strategie ist aufgegangen: Wir haben uns frühzeitig mit einem Kostensenkungsprogramm auf die Krise vorbereitet und gleichzeitig in unsere Technik und unsere Mitarbeiter investiert.“

Erleichterung auch bei Willi Verhuven, Inhaber des Duisburger Veranstalters Alltours: „Wir sind gestärkt aus den zwei vergangenen Krisenjahren hervorgegangen, weil wir uns rechtzeitig darauf eingestellt und diese Zeit für Investitionen genutzt haben. Die Zeichen bei uns stehen 2011 auf Expansion.“

„Die Deutschen bleiben Reiseweltmeister“, stellt denn auch das Branchenblatt „fvw“ in seiner heutigen Ausgabe fest – und beruft sich in einem Dossier auf die Daten von 64 Reiseveranstaltern, die gut drei Viertel des Gesamtmarktes repräsentieren. Die Unternehmen haben in der letzten Winter- und Sommersaison 16,6 Milliarden Euro Umsatz erzielt, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie verkauften über 30 Millionen Reisen. Das sind fünf Prozent mehr als im Krisenjahr, weil Veranstalter und Hoteliers die zuvor erlahmte Reiselust mit Drehungen an der Preisschraube stimulierten.

Die Marktuntersuchung bestätigt Einschätzungen des Deutschen Reiseverbandes (DRV), der Anfang des Monats prozentual dieselben Trends verkündet und den Branchenumsatz insgesamt auf 21,3 Milliarden Euro bewertet hatte. Von den Zielgebieten war die Türkei mit einem Urlauber-Plus von neun Prozent der große Gewinner, auch wenn Spanien nach Deutschland immer noch das Reiseland Nummer eins der Deutschen ist.

Neben dem Rückblick ist beim Dachverband von Reisebüros und Touristikveranstaltern auch der Ausblick positiv wie lange nicht. Bahn-Manager Jürgen Büchy, frisch gewählter DRV-Präsident, sagte gestern dem Handelsblatt: „Das neue Touristikjahr 2010/2011 ist bislang vielversprechend angelaufen, die Vorzeichen für eine weitere positive Entwicklung des deutschen Reisemarkts sind erfreulich gut.“ Die Buchungszahlen für die nächsten Monate lägen deutlich über den Vorjahreswerten. Auch die weiterhin stark anziehende Nachfrage im Geschäftsreise-Markt bestätige den Aufwärtstrend. „Allerdings“, warnte Büchy, „ müssen wir abwarten, wie sich die Verteuerung der Flugreisen ab Januar 2011 durch die Luftverkehrssteuer auf die Buchungen auswirken wird.“

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