Touristik-Konzern
Tui Travel legt beim Gewinn zu

Tui Travel schaut auf ein bewegtes Quartal zurück. Die Schweinegrippe hat dem Touristik-Konzern einige Kopfschmerzen bereitet. Dennoch hat die britische Tui-Tochter im abgelaufenen Quartal operativ mehr verdient als im Vorjahr.

HB LONDON. Die Tui-Tochter Tui Travel ist in ihrem dritten Geschäftsquartal zurück in die schwarzen Zahlen gekehrt. Wegen wegfallender Sonderbelastungen fiel für die Monate April bis Juni ein Nettogewinn von 33 Mio. britischen Pfund (38 Mio Euro) an, wie das an der Londoner Börse notierte Reiseunternehmen am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahr hatten unter anderem die Kosten für die Neuausrichtung des Fluggeschäfts zu einem Verlust von 216 Mio. Pfund geführt.

Auch das in diesem Jahr späte Osterreise-Geschäft half dem Reiseanbieter im dritten Quartal 2008/09 auf die Sprünge und konnte sogar die Rückgänge durch den Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko sowie die anhaltende Schwäche in Frankreich wettmachen. Der bereinigte operative Gewinn stieg von 65 auf 102 Mio. britische Pfund. Der Umsatz ging um ein Prozent auf 3,575 Mrd. Pfund zurück. In London verlor die Tui Travel-Aktie 2,38 Prozent auf 246,100 Pence. Papiere der deutschen Mutter Tui lagen an der Frankfurter Börse mit 0,32 Prozent im Minus bei 4,725 Euro.

Reiseveranstalter häufen zu Anfang des Jahres saisonbedingt Verluste an und fahren den größten Teil ihrer Gewinne im dritten Quartal ein. Wegen der Wirtschaftskrise gehen die Verbraucher aber dazu über, ihre Reisen immer kurzfristiger zu buchen. Dieser Trend dürfte auch im kommenden Jahr noch anhalten, sagte Vorstandschef Peter Long. Reiseveranstalter wie Tui Travel oder auch die Arcandor-Tochter Thomas Cook haben deswegen ihre Kapazitäten herunter gefahren, um die Preise hochhalten zu können.

Insgesamt entwickle sich die Sommer-Saison wie erwartet, sagte Long weiter. Seit dem vergangenen Quartal hätten die Buchungen angezogen. Im Jahresvergleich waren sie aber immer noch rückläufig. Der Vorstandschef geht davon aus, dass das Marktumfeld schwierig bleibt. Die Buchungen für die Wintersaison 2009/10 seien niedriger als im Vorjahr. „Wir sind vorsichtig an die Planungen heran gegangen. Zumal es sich beim Winterurlaub für den Verbraucher eher um einen zweitrangigen handelt“, erklärte Long. Tui Travel werde versuchen, flexibel auf die Nachfrage zu reagieren. Für das Ende September auslaufende Gesamtjahr sieht sich das Unternehmen gut gerüstet, seine Ziele zu erreichen.

Tui Travel gehört zu 51 Prozent dem deutschen Tui-Konzern, der am Donnerstag seine Zwischenbilanz vorlegen wird.

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