Touristik-Riese: Tui schafft trotz Umbau keine großen Sprünge

Touristik-Riese
Tui schafft trotz Umbau keine großen Sprünge

Noch ist Winter, so schockieren rote Zahlen bei Tui kaum: Geld bringen erst Strandurlauber. Doch das kann nicht kaschieren, dass der Konzernumbau das miese Vorjahresergebnis kaum heben kann und Kernprobleme fortbestehen.
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FrankfurtTui hat trotz Fortschritten beim Konzernumbau die roten Zahlen nicht eingedämmt. Im ersten Geschäftsquartal belief sich der operative Verlust (bereinigtes Ebita) auf 141 Millionen Euro – eine Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum, wie Tui am Mittwoch mitteilte. Im Winter schreiben Tourismusunternehmen üblicherweise rote Zahlen – Geld wird erst mit Badeurlauben im Sommer verdient.

Die Sanierung der Geschäfte mit Spezialreisen wie etwa Expeditionen oder Yacht-Kreuzfahrten komme voran, ebenso zeige der Umbau der Frankreich-Tochter Erfolge, teilte das Unternehmen mit. Das Geschäft dort leidet vor allem unter den politischen Unruhen in Nordafrika – einer bei Franzosen traditionell beliebten Urlaubsregion. Hier habe TUI reagiert und Kapazitäten aus dem Markt genommen. Des Weiteren habe die maue Nachfrage nach Ägypten-Reisen mit höheren Gästezahlen auf den Kanarischen Inseln kompensiert werden können.

Den Sanierungskurs hat der seit einem Jahr amtierende Konzernchef Friedrich Joussen dem 75.000 Mitarbeiter starke Traditionsunternehmen verordnet. Der frühere Chef von Vodafone in Deutschland hat sich einiges vorgenommen und will unter anderem das Kreuzfahrtgeschäft wieder auf die Beine bringen und das Portfolio der zahlreichen Reise- und Hotelmarken straffen. Ein Kernziel kann Joussen schon abhacken: Nach einer Durststrecke von sechs Jahren winkt den Aktionären wieder eine Dividende: Je Aktie zahlt TUI für das vorige Geschäftsjahr 15 Cent.

Doch für das Kernproblem von TUI hat auch der Neue vorerst keine Lösung. Joussen hat von seinem Vorgänger Michael Frenzel ein komplexes Unternehmensgeflecht geerbt: Die TUI AG aus Hannover hat ihr Reisegeschäft vor Jahren nahezu komplett bei TUI Travel in Großbritannien gebündelt. Dieses steuert das Gros der Umsätze bei. Mittlerweile bereuen die Niedersachen den Schritt, da sie nicht genug Geld in der Kasse haben, um die restlichen Anteile an der britischen Tochter zu kaufen. Der jüngste Anlauf scheiterte vor einen Jahr.

Der Konzern aus Hannover hält an seinen Erwartungen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr fest: Der Vorstand rechnet mit einem Anstieg des bereinigten Ebita um sechs bis zwölf Prozent. Der Umsatz solle um bis zu vier Prozent wachsen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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