Touristikgeschäft
Rewe stellt restlichen LTU-Anteil zum Verkauf

Der Einstieg von DBA-Eigner Hans Rudolf Wöhrl bei LTU dürfte für den Ferienflieger nicht der letzte Gesellschafterwechsel sein. Obwohl Rewe-Chef Achim Egner den Airline-Experten vor wenigen Tagen als willkommenen Partner bei LTU stürmisch begrüßte, steht die 40-Prozent-Beteiligung an dem seit Jahren defizitären Ferienflieger beim Kölner Handelskonzern zum Verkauf.

KÖLN. „An dieser Absicht hat sich nichts geändert“, bestätigt ein Rewe-Sprecher. Branchengerüchten, nach denen auch das übrige Touristikgeschäft zur Disposition stehe, tritt Aufsichtsratschef Klaus Burghard aber vehement entgegen. „Neben dem Supermarkt- und Discountgeschäft ist die Touristik unser absolutes Kerngeschäft“, sagte er dem Handelsblatt.

Daher stünden weder Rewe-Reiseveranstalter wie ITS, Jahn, Tjaereborg oder Dertour zum Verkauf, noch die firmeneigenen Reisebüros von Atlas Reisen und DER. „Reisen sind – im Gegensatz zum deutschen Supermarktgeschäft – ein absoluter Wachstumsmarkt, und wir haben gute Chancen, unter den Reiseveranstaltern in ein bis zwei Jahren auf Platz zwei vorzurücken“, sagte Burghard. Dies sei ein sinnvolles Investment, mit dem man Geld verdienen könne.

Zuletzt brachte Rewe das Veranstaltergeschäft, das der Kölner Konzern seit elf Jahren betreibt, einen Umsatz von 2,6 Mrd. Euro und damit einen deutschlandweiten Marktanteil von 15 Prozent. Wettbewerber Thomas Cook (u.a. Neckermann) kommt im Heimatmarkt auf 15,7, die Tui auf 22,2 Prozent. Zudem besitzen die Kölner mit ihren 2 900 konzerneigenen und angeschlossenen Reisebüros den größten unabhängigen Touristikvertrieb in Deutschland. 2004 verkaufte das Vertriebsnetz Reisen im Wert von 4,6 Mrd. Euro.

Nach Ansicht unternehmensnaher Rewe-Berater passen die Touristikveranstalter strategisch hervorragend zu Deutschlands zweitgrößtem Handelskonzern. „Viele Kunden bezahlen ihre Reisen schon im Voraus, doch Rewe gibt die Einnahmen erst mit einer Zeitverzögerung an Hotelbetreiber und Flugcarrier weiter“, berichtet ein Insider. Dem Konzern entstehe so ein wertvolles Liquiditätspolster.

Nicht in diese Kalkulation passt allerdings die Fluggesellschaft LTU, die Rewe Anfang 2001 im Paket mit den komplett übernommenen LTU-Touristikveranstaltern Jahn, Tjaereborg und Meier’s Weltreisen zu 40 Prozent erwarb. Sie nämlich steht beim Zahlungsfluss an letzter Stelle – und macht damit den vorab erzielten Liquiditätsvorteil zunichte. Zudem habe sich 2005 der Kerosinpreis verdreifacht, sagt der Rewe-Aufsichtsratschef. Aus der 2005 erwarteten Rückkehr in die schwarzen Zahlen sei deshalb nichts geworden.

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