Touristikkonzern erhöht Kapazität in Hannover
Tui stellt sich Easyjet in den Weg

Europas zweitgrößter Billigflieger Easyjet wird vorerst nicht von Hannover starten. Europas größter Touristikkonzern Tui hat dies verhindert, indem er selber seine Kapazitäten am Flughafen Hannover aufstockt. Zuvor hatte Tui bereits mit dem Rückzug gedroht.

HB HANNOVER. Mit dem nächsten Winterflugplan erhöhe Tui zunächst mit den bestehenden Maschinen die Frequenz, teilten der Flughafen Hannover und Tui am Donnerstag mit. Ab Sommer 2005 kämen dann zwei zusätzliche Flugzeuge zu den bisher sechs Maschinen der Flugtöchter Hapag-Lloyd-Flug (HLF) und Hapag-Lloyd-Express (HLX) dazu, ab 2006 noch ein weiteres Flugzeug. Damit werden im kommenden Jahr insgesamt acht Tui-Maschinen ihre Basis in Hannover haben, fünf von Hapag-Lloyd Flug und drei von Hapag-Lloyd-Express. Hapag-Lloyd-Flug wird nach Angaben von Tui die Ferienziele am Mittelmeer, auf den Kanarischen Inseln sowie das Schwarze Meer und das Rote Meer anfliegen, Hapag-Lloyd-Express europäische Metropolen. „Es werden einige neue Ziele zu den bestehenden hinzu kommen“, sagte ein Tui-Sprecher. Bislang stehe aber nur Salzburg als Ziel von Hapag-Lloyd-Express fest.

Tui hatte zunächst damit gedroht sämtliche Flugzeuge aus Hannover abzuziehen, sollte sich Easyjet am Flughafen Hannover ansiedeln. Die neuerdings mit Tui kooperierende Fluggesellschaft Air Berlin hat bereits angekündigt, zur Vermeidung der Ansiedlung von Easyjet in Hannover ihre Kapazitäten um zwei Maschinen erheblich aufzustocken. „So einen Kapazitätssprung hatten wir noch nie“, sagte Flughafen-Chef Raoul Hille zu Reuters. Bereits im Sommer bedeute dies ein Plus von zehn Prozent. Der Flughafen-Langenhagen ist mit fünf Mill. Passagieren der achtgrößte Flughafen Deutschlands. Der Rahmen der jetzt getroffenen Vereinbarung sei vergleichbar mit dem Angebot von Easyjet, sagte Hille.

Easyjet zeigte sich unbeeindruckt von der Entscheidung. Hannover habe Easyjet mitgeteilt, dass für den Winter keine Kapazität zur Verfügung stehe, sagte Easyjet-Sprecher Toby Nicol. „Also werden wir mit ihnen über den nächsten Sommer sprechen.“ Die Strategie von Tui und Air Berlin sei zudem sehr kurzfristig angelegt. „Das können sie nicht an jedem Flughafen in Deutschland machen. Und sie können es auch nicht unbegrenzt machen“, fügte er hinzu. Easyjet, die bereits Berlin Schönefeld und Köln-Bonn anfliegt, nahm am Donnerstag den Flugbetrieb von Dortmund auf. Im vergangenen Jahr ließ die Gesellschaft Pläne zur Übernahme der Deutschen BA fallen.

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