Touristikkonzern
Flaute treibt Preise bei Tui

Der Touristikkonzern Tui rüstet sich für die erwartete Wirtschaftsflaute: Um einen möglichen Nachfragerückgang auszugleichen, will der Konzern die Preise erhöhen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der allgemeine Abschwung auch bei Tui ankomme, sagte Deutschland-Chef Volker Böttcher am Samstag bei der Vorstellung des Sommerkatalogs 2009 im marokkanischen Agadir.

HB AGADIR. Um sich auf den Abschwung vorzubereiten, habe der Konzern die Kapazitäten zurückhaltend geplant, um seine Reisen bei einer nachlassenden Reiselust nicht zu Schleuderpreisen verkaufen zu müssen.

Bislang hätten sich die Wirtschaftsflaute und die sinkende Konsumneigung der Verbraucher noch kaum in den Büchern von Europas führendem Reisekonzern niedergeschlagen. "Unser Geschäft ist derzeit noch von einer stabilen Nachfrage auf hohem Niveau gekennzeichnet", sagte Böttcher.

An Preiskämpfen will sich der Manager nicht beteiligen. Im Gegenteil: Wie die Konkurrenten will auch Tui Aufschläge verlangen. Im Schnitt soll die Pauschalreise im Sommer vier Prozent mehr kosten. Hintergrund sei unter anderem der hohe Kerosinpreis, der trotz eines Rückgangs in den vergangenen Wochen im Schnitt noch immer ein Viertel über dem Niveau von 2007 liege. Auch Lebensmittel- und Energiekosten in den Hotels hätten sich erhöht.

Da Urlauber verstärkt von Anfang an Klarheit über die Gesamtkosten einer Reise haben wollten, seien sogenannte "All Inclusive"-Angebote gefragt. Tui habe sein Angebot von Reisen, bei denen neben Übernachtung und Essen auch Getränke und Freizeitangebote pauschal bezahlt werden, bei Zielen rund ums Mittelmeer von 47 auf 55 Prozent aufgestockt. Gleichzeitig stiegen die Ansprüche der Kunden an den Service: Der Anteil der 4- und 5-Sterne-Häuser steigt im Sommer um fünf auf 85 Prozent.

Beim Verkauf von Reisen in der Wintersaison habe Tui einen "exzellenten Start" gehabt, erklärte Böttcher. Auf der Fernstrecke seien besonders Ziele in Kanada, den USA, der Karibik und Mexiko gefragt, auf der Mittelstrecke das spanische Festland, Portugal und die Kanaren. Weniger Interesse zeigten Urlauber hingegen an Kenia, Südafrika und Thailand. Wellness- und Gesundheitsreisen verbuchten ein zweistelliges Plus.

Die am 1. Dezember 1968 mit dem Zusammenschluss der Veranstalter Scharnow, Touropa, Hummel und Dr. Tigges entstandene Touristik Union International (Tui) ist derzeit mit einem Marktanteil von 29 Prozent Marktführer in Deutschland. Während Tui 1968 mit knapp einer Million Urlauber einen Umsatz von 427 Mio. Mark erzielte, waren es 2007 rund 13,5 Mio. Gäste und 4,6 Mrd. Euro Umsatz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%