Touristikkonzern setzt auf gute Sommersaison
Tui verringert Quartalsverlust

Europas größter Reisekonzern Tui hat im ersten Quartal 2005 seinen Betriebsverlust leicht verringert. Für die Sommersaison erwartet das Unternehmen zudem ein außergewöhnlich gutes Geschäft. Die Tui-Aktie gewann am Dienstag zeitweise rund drei Prozent auf bis zu 19,57 € und war damit stärkster Wert im Deutschen Aktienindex.

HB HANNOVER. „Wir koppeln uns von der allgemeinen Konsumentwicklung in Europa ab“, sagte Tui-Chef Michael Frenzel in Hannover. „Wir haben exzellente Buchungen wie seit Jahren nicht mehr.“ Frenzel schloss Übernahmen nicht aus und bekundete öffentlich Interesse an der Clubmarke Aldiana, die der Konkurrent Thomas Cook verkaufen will.

Der bereinigte operative Verlust vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) als wichtigste Kennzahl für den Geschäftsverlauf bei Tui sei im ersten Quartal leicht auf 208 Mill. € gesunken nach 227 Mill. im Vorjahr, teilte Tui mit. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem etwas schwächeren Ergebnis gerechnet. Netto verbuchte der Reisekonzern allerdings einen um 15 % höheren Verlust von 200 Mill. € nach Anteilen der Minderheitsgesellschafter. Als Grund dafür nannte Tui höhere Steuern und die im Vergleich zum Vorjahr fehlenden Buchgewinne aus Verkäufen. Der Konzernumsatz belief sich im ersten Quartal auf 3,58 (Vorjahr: 3,52) Mrd. €.

„Wir sind mit dem ersten Quartal voll im positiven Trend“, sagte Frenzel. Tui entwickle sich in Deutschland auch besser als der Markt. Insgesamt seien die gebuchten Umsätze für die Sommersaison um 10,8 % gestiegen. Einen präzisen Geschäftsausblick für das laufende Jahr gab Tui nicht. Der Konzern bekräftigte lediglich, ein zweistelliger Ergebnisanstieg im Touristik-Geschäft sei möglich. Für die Hauptversammlung an diesem Mittwoch in Hannover kündigte Frenzel konkrete Aussagen zu den mittelfristigen Ertragszielen an.

Börsianer reagierten überwiegend positiv. „Die Quartalszahlen sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Es gab keine bösen Überraschungen“, sagte Klaus Linde, Analyst bei SES Research. „Von der großen Ergebnisdynamik, die Tui in Aussicht gestellt hat, war im ersten Quartal noch nicht viel zu sehen. Dies war angesichts der allgemein umsatzschwachen Wintermonate auch nicht unbedingt zu erwarten.“ Für die Sommermonate geht Linde von einem deutlich besseren Ergebnis aus. Christian Obst von der Münchener Großbank HVB bezeichnete die Buchungszahlen für den Sommer als sehr gut. Auch der Trend zu stabilen Preisen bei der Pauschalreise sei positiv zu sehen.

Tui-Chef Frenzel bekundete Interesse an dem zu Thomas Cook gehörenden Clubveranstalter Aldiana, einem Konkurrenten der Tui-Clubmarke Robinson. „Aldiana würde sicher zum Club-Portfolio von Tui passen“, sagte Frenzel. Allerdings gebe es derzeit mit dem Cook-Vorstand keine Gespräche hierzu. Cook verhandelt derzeit mit einem ausländischen Investor.

Noch in diesem Jahr abschließen will Tui den Verkauf der beiden verbliebenen Beteiligungen außerhalb von Touristik und Schifffahrt. Der Verkauf der US-Stahlhandelstochter werde in der zweiten Jahreshälfte eingeleitet. Bei der Gütertransporttochter VTG dürften die Gespräche nach Worten von Finanzvorstand Rainer Feuerhake im zweiten Quartal vollendet werden. Ein Interessent ist die Deutsche Bahn, ein zweiter ein Finanzinvestor.

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