Touristikriese will Schifffahrt ausbauen
Tui denkt an kostspieligen Zukauf

Europas größter Touristikkonzern Tui will seine Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd offenbar kräftig ausbauen. Einige Experten sehen dies allerdings kritisch.

HB HANNOVER. Angesichts guter Wachstumsaussichten in diesem Geschäftsfeld ist der Konzern auch zu einem milliardenschweren Zukauf bereit. Gespräche laufen mit der kanadisch-britischen Reederei CP Ships, aber auch mit anderen nicht näher genannten Reedereien, wie Tui am Freitag in Hannover bestätigte.

Der Konzern überraschte Branchenexperten und die Börse. Am Aktienmarkt wurden die Pläne überwiegend negativ aufgenommen, unter anderem wegen der noch unklaren Finanzierung eines Zukaufs. Die Tui-Aktie fiel zeitweise um fünf Prozent auf unter 20 €. Börsianer fürchten eine Kapitalerhöhung bei Tui.

Entscheidungen seien bisher nicht getroffen, betonte das Unternehmen. „Ob diese Gespräche in naher Zukunft oder zu einem späteren Zeitpunkt in Allianzen oder Transaktionen münden werden, ist offen“, teilte Tui in einer kurzen Erklärung mit. Tui und die Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd führten „regelmäßig Gespräche mit anderen Containerschifffahrtslinien“ - darunter auch CP Ships. Hapag-Lloyd, derzeit weltweit Nummer 13 und CP Ships als Nummer 16 wären zusammen die viertgrößte Reederei mit 137 Schiffen und rund 400 000 Standardcontainern.

Zu Details wie einem möglichen Kaufpreis machte Tui keine Angaben. „Wir äußern uns derzeit nicht zur Frage der Finanzierung einer Allianz oder einer Transaktion“, sagte ein Tui-Sprecher. Ein Verkauf von Hapag Lloyd stehe auf jeden Fall nicht zur Diskussion. Die „Financial Times Deutschland“ (FTD) hatte berichtet, Tui erwäge eine Kapitalerhöhung um eine Milliarde Euro. CP Chips ist derzeit am Aktienmarkt umgerechnet 1,4 Mrd. € wert, gilt allerdings als deutlich weniger profitabel als Hapag-Lloyd.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge könnte der Kaufpreis für CP Ships bei gut 1,2 Mrd. € (1,5 Mrd. Dollar) liegen. Über einen Kauf von CP Ships verhandelt seit längerem auch die französische Reederei CMA CGM. Auch die China Shipping Group aus Schanghai gilt als Kaufinteressent. Der FTD zufolge wäre Tui im Falle eines Bieterwettstreits sogar bereit, zwei Mrd. € und mehr zu bezahlen. Tui bereite die Transaktion mit einem Bankenkonsortium aus HVB, Deutsche Bank und Citigroup schon vor. Tui lehnte auch hierzu aber jeden Kommentar ab.

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