Traditionsstandort mit bewegter Vergangenheit
Die Geschichte des Flughafens Schönefeld

HB BERLIN. Während des Zweiten Weltkrieges war der Flughafen Schönefeld in die deutsche Rüstungsmaschinerie eingebunden. Nach Ende der Nazi-Diktatur wurde Schönefeld zum DDR-Zentral- und Regierungsflughafen: Erich Honecker brach von hier zu Staatsbesuchen auf. Nach dem Fall der Mauer und der damit verbundenen Reisefreiheit für Ostdeutsche expandierte der Standort. 1992 kehrte die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) nach mehr als 60 Jahren nach Berlin zurück. Seither findet sie in Schönefeld statt. Nun wird der Standort zu einem internationalen Großflughafen ausgebaut.

1935 nahmen in Schönefeld die Henschel-Flugzeugwerke (HFW) die Produktion auf. Bis 1945 stellten sie 14 000 Flugzeuge her. Für Tests wurde ein Flugplatz mit drei 800 Meter langen Betonpisten genutzt. Nach Kriegsende 1945 demontierte die Rote Armee die Anlagen und brachte Teile davon in die Sowjetunion. Mit der Aufnahme der Route Berlin-Moskau durch die russische Aeroflot begann für Schönefeld die Zeit als Verkehrsflughafen.

Zwischen 1947 und 1990 wurde der Airport mehrmals ausgebaut. Ihn nutzten vor allem die DDR-Fluggesellschaft Interflug, die die Wende nicht überlebte, und Airlines „sozialistischer Bruderstaaten“. Kurz vor dem Untergang der DDR flog die Interflug 53 Flughäfen auf vier Kontinenten an. Der Schwerpunkt lag auf Ostblock-Staaten. Viele Westberliner nutzten das Angebot, da es im Vergleich zu westlichen Airlines spottbillig war.

Nach dem Aus der Interflug 1991 machte der Flughafen - wie die gesamte Wirtschaft der Ex-DDR - schwere Zeiten durch. Der Neustart war schwierig. Schönefeld entwickelte sich vor allem zum Startpunkt für Urlaubsreisen. Inzwischen errichtete der Billiganbieter Easyjet hier seine Berliner Basis. Die erneuerte südliche Start- und Landebahn wurde 1992 in Betrieb genommen. 1995 folgte das erweiterte Terminal.

Schönefeld arbeitet nach Betreiberangaben erfolgreich - trotz der sehr nahen Konkurrenz: die innerstädtischen Berliner Flughäfen Tegel und Tempelhof. Im Frühjahr 1996 verständigten sich die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg mit dem Bund darauf, Schönefeld zum internationale Großflughafen auszubauen sowie Tegel und Tempelhof zu schließen. Die Debatte über ein Schlussstrich unter die Berliner Airports hält allerdings bis heute an.

Schönefeld war auch Schauplatz tragischer Unfälle. Im Dezember 1986 stürzte beim Anflug auf den Flughafen eine Aeroflot-Maschine ab. 72 Menschen verloren ihr Leben. Es handelte sich um das schwerste Luftfahrtunglück der DDR-Geschichte. Bei dem missglückten Startabbruch einer Interflug-Maschine starben im Juni 1989 19 der 113 Insassen sowie ein Mensch am Boden.

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