Trägerverein erwägt Reduzierung seiner Anteile unter die Hälfte
Marktforscher Gfk will 95 Millionen Euro sammeln

Die Nürnberger Marktforschungsgruppe GfK plant die Platzierung von bis zu 3,15 Millionen neuen Aktien und dürfte damit mehr als 90 Millionen Euro einnehmen.

HB NÜRNBERG. „Der Emissionserlös soll zur teilweisen Refinanzierung der am 1. Juni 2005 abgeschlossenen Akquisition von NOP World von United Business Media dienen“, teilte die im Kleinwerteindex SDax gelistete Gesellschaft am Donnerstag in Nürnberg mit.

Die Aktien sollten deutschen und internationalen Investoren in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren angeboten werden, unter anderem in den USA. Preisermittlung und Zuteilung der Aktien seien für den Freitag oder früher geplant. Das Bezugsrecht der Altaktionäre ist ausgeschlossen. Gemessen am Vortagesschlusskurs von 30,19 Euro würde die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei Platzierung aller Aktien nach Reuters-Berechnungen rund 95 Millionen Euro erlösen.

Am Donnerstag gaben die Papiere im frühen Handel um 3,1 Prozent auf 29,27 Euro ab. „Das ist eine natürliche Reaktion auf die angekündigte Platzierung“, sagte ein Börsianer. Das Papier werde aber wohl nicht unter die Marke von 28,50 Euro fallen. Die Platzierung wird von den Investmentbanken Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) und ABN Amro Rothschild betreut.

„Bei den anvisierten Investoren handelt es sich vor allem um Anleger langfristiger Natur“, hieß es in Finanzkreisen. Die neuen Aktien seien mit einer sechsmonatigen Haltefrist (Lock-up) belegt. Die ersten Signale der Investoren seien „sehr positiv“. Einem mit der Transaktion vertrauten Banker zufolge dürfte der Streubesitz im Zuge der Transaktion auf etwa 40 von bislang rund 36 Prozent ansteigen.

Bislang liegen rund 64 Prozent der Anteilsscheine beim GfK Verein, der sich unter anderem der universitären Förderung und Ausbildung im Bereich Marktforschung widmet. In der Vergangenheit war das Übergewicht des Mehrheitsaktionärs angesichts der damit verbundenen geringeren Liquidität der Aktie häufig als Nachteil empfunden worden. In Finanzkreisen hieß es nun, der Verein habe signalisiert, auf lange Sicht grundsätzlich auch einer Verwässerung seines Anteils auf unter 50 Prozent nicht im Wege zu stehen.

Die GfK hatte Mitte April angekündigt, für 550 Millionen Euro NOP World zu übernehmen, womit das neue Unternehmen auf einen Schlag die Umsatzmilliarde knackt. Bereits damals war von der GfK als eine Finanzierungsmöglichkeit eine Kapitalerhöhung genannt worden.

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