Transparenzoffensive
Jack Wolfskin veröffentlicht Produzentenliste

Die Outdoor-Branche will grüner werden, das fordern immer mehr Kunden. Marktführer Jack Wolfskin wagt nun eine Transparenzoffensive und veröffentlicht die Liste seiner Produzenten. Trotzdem liegt noch viel im Argen.
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DüsseldorfDraußen zu Hause: Die Marke mit der Tatze steht für hochwertige Funktionsbekleidung für alle, die in der Natur unterwegs sind. Doch auch wenn sich die Träger der Produkte naturverbunden fühlen, gibt es im Outdoorbereich die gleichen Probleme wie in der übrigen Modebranche: Produktionsstandorte in Asien, gesundheitsgefährdende Farben und Materialien und Probleme mit Umwelt- und Sozialstandards.

Der deutsche Hersteller Jack Wolfskin, hierzulande Marktführer, wagt nun eine Transparenzoffensive und veröffentlicht am heutigen Donnerstag alle Adressen seiner direkten Lieferanten und Produzenten. Die Liste umfasst dabei vollständig alle Produzenten der drei Bereiche Bekleidung, Schuhe und Ausrüstung. Diese Betriebe, so heißt es in einer Pressemitteilung, die in Abgrenzung zu vorgelagerten Fertigungsstufen wie beispielsweise Stoff- und Rohstoffproduzenten als „Tier 1“ bezeichnet werden, sind vor allem in Asien, aber auch in Europa, zu finden. (Die Liste kann unter hier abgerufen werden.)

Unter „Tier 1“ fallen allerdings nur Lieferanten, die unmittelbar von Jack Wolfskin beauftragt werden. Subunternehmer, die von den Fabrikaten vor Ort mit eingebunden werden, tauchen hingegen nicht auf. Das Problem ist dem deutschen Einzelhandel nicht unbekannt. So berichte Matthias Händle, Präsident der deutschen Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) kürzlich bei einem Pressegespräch, dass Fabrikbesitzer, die eigentlich keine Aufträge mehr annehmen können, illegal Kapazitäten an andere Unternehmen vor Ort auslagern. Händle: „Die Situation in den Lieferländern ist höchst vielschichtig.“ Und: „Es gibt es noch sehr viel zu tun. Vieles, viel zu Vieles liegt im Argen.“

Die AVE plädiert dafür, einen nachhaltigen Bewusstseinswandel in den Lieferländern herbeizuführen. „Sie können die strengsten Vorschriften erlassen. Wenn sich keiner daran hält, bringen diese Vorschriften rein gar nichts“, bedauerte Händle. „Man kann nicht ständig Zehntausende von Lieferanten im Auge haben. Das ist schlicht unmöglich.“ Allerdings gäbe es auch in der Branche Vorbehalte gegen eine transparente Lieferkette. Nicht jeder Kunde müsse, so die Meinung, unbedingt wissen, was alles aus ein und derselben Fabrik kommt, aber zu deutlich unterschiedlichen Preisen verkauft wird.

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Was geht rein die Fabrik und was kommt wieder raus?

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  • Jack Wolfskin: Anbieter von Produkten für deutsche Kurzhaarmuttis.

  • Wegen der unverschämten Abmahnaktionen der Firma habe ich meinen Jack Wolfskin Schal in Streifen geschnitten,meinen Protestbrief drangetackert und in der Filiale hier im Münchner Tal abgegeben. Die haben vielleicht dumm geschaut! Für mich ist diese Label ein no go!

  • In der Tat - da Jack Wolfskin mit Abmahnanwälten zusammenarbeitet sind die Produkte eigentlich unkaufbar.
    Hat sich im wollsockentragenden Teetrinkermillieu aber noch nicht gerumgesprochen.
    Haben die nich auch die TAZ verklagt?

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