Treibstoffpreise drücken das Ergebnis
LTU hat 2005 abgeschrieben

Hohe Treibstoffpreise machen der Ferienfluggesellschaft LTU zu schaffen. Nicht nur, dass ein Investor in letzter Sekunde einen Rückzieher machte, auch der Gewinn für 2005 ist wohl dahin.

HB FRANKFURT. 2005 sei „nach jetzigem Stand ein ausgeglichenes Ergebnis drin“, sagte LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe). Bislang hatte die Charterfluggesellschaft für 2005 einen Nettogewinn in Aussicht gestellt.

Wenn der Ölpreis weiter steige, müssten alle Kosten erneut angepasst werden. „Allerdings bleiben uns dabei auch nur noch kleine Stellschrauben“, fügte er hinzu. Marbach verwies darauf, dass LTU einen weiteren Treibstoffzuschlag habe durchsetzen können und eine Preiserhöhung von vier Prozent bei Reiseveranstaltern mit festen Sitzplatzkontingenten.

Im vergangenen Jahr konnte die Gesellschaft nach eigenen Angaben ihren Umsatz um elf Prozent auf 852 Millionen Euro erhöhen. Die Zahl der Passagiere stieg um zwei Prozent auf 5,9 Millionen, während sich die Auslastung der Maschinen um 2,4 Punkte auf 88,7 Prozent verbesserte. Wegen gestiegener Treibstoffkosten verfehlte das Unternehmen jedoch seine Prognose. Es hatte einen Jahresüberschuss in einstelliger Millionenhöhe erwartet.

Ein LTU-Sprecher bestätigte am Freitag, dass sich 2004 der Verlust zum Vorjahr etwa halbiert habe. Er verwies jedoch darauf, dass Marbach der FTD entgegen der Darstellung keine Vorjahreszahl genannt habe. Das Blatt hatte Marbach mit den Worten zitiert: „Wir haben den Verlust von zuletzt rund 25 Millionen Euro fast halbiert.“ LTU gebe grundsätzlich keine Ergebniszahlen bekannt, sagte der Sprecher. Er wollte sich auch nicht dazu äußern, ob die Größenordnung zutreffend oder etwa zu hoch oder zu niedrig sei. In Branchenkreisen wird für 2004 bei LTU von einem erheblich höheren Verlust als 12,5 Millionen Euro ausgegangen.

Die Suche nach ein em neuen Investor für LTU gestaltet sich angesichts des hohen Ölpreises und der dadurch verursachten hohen Treibstoffkosten schwierig. Dem Blatt zufolge platzten die Verhandlungen mit einem Investor kurz vor dem geplanten Vertragsabschluss. „Wir waren bereits mit einem Interessenten übereingekommen“, sagte der Finanzvorstand des LTU-Gesellschafters Rewe, Gerd Bruse. Der steigende Ölpreis habe den Verhandlungspartner zuletzt aber verunsichert. „Die wollen die weitere Entwicklung zunächst abwarten“, fügte Bruse hinzu, ohne den Namen des Interessenten zu nennen. Er rechne jedoch noch mit einem Abschluss in diesem Jahr.

Bisher ist Rewe mit rund 40 Prozent größter LTU-Anteilseigner.

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