Trend zum Buchen per Internet
Tui baut in Großbritannien Stellen ab

Von der Flaute in der Reisebranche ist auch das wichtige Großbritannien-Geschäft von Tui nicht verschont geblieben. Der Reisekonzern will dort bis Endes Jahres rund 8 Prozent der Stellen abbauen, teilte Tui mit.

HB LONDON/HANNOVER. Insgesamt beschäftigt Tui in Großbritannien rund 10 000 Menschen. Nach den Worten des Tui-Sprechers ist noch offen, ob und in welchem Umfang es zu Entlassungen kommt. Der Stellenabbau soll bis zum Jahresende umgesetzt werden. Betroffenen ist vor allem die Reisebürokette Lunn Poly, aber auch der Reiseveranstalter Thomson und die Fluggesellschaft Britannia. Es gehe um effizientere Produktions- und Vertriebsstrukturen, hatte Europas größter Reisekonzern am späten Mittwochabend mitgeteilt.

In Großbritannien gab es stärker als in Deutschland einen Trend zum Buchen außerhalb von Reisebüros per Internet oder Call-Center. Deshalb sollen vor allem bei Lunn Polly Stellen wegfallen und Büros geschlossen werden.

„Das veränderte Kauf- und Reiseverhalten der Urlauber macht effizientere Strukturen erforderlich“, sagte Peter Rothwell, Tui-Bereichsvorstand für Nordeuropa in der Mitteilung. Tui wolle das Direktbuchungsgeschäft weiter ausbauen. „Die derzeit gute Geschäftsentwicklung gibt uns den notwendigen Spielraum, diese Anpassungen rechtzeitig vorzunehmen.“

Das für 2004 geplante touristische Ergebnis des Konzerns bleibe von den Maßnahmen in Großbritannien unberührt. „Es wird ein Ergebnisanstieg um mindestens 70 % erwartet“, teilte das Unternehmen mit. Im vorigen Jahre hatte der Touristikkonzern bereinigt um einmalige Sondereffekte ein operatives Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) von 242 Mill. Euro ausgewiesen. Für 2004 sind rund 420 Mill. Euro geplant. Tui hatte vor drei Wochen angekündigt, die Ausrichtung des Großbritannien-Geschäft prüfen zu wollen, nachdem der Chef von Tui UK, Chris Mottershead das Unternehmen überraschend verlassen hatte. Seine Funktion hat Bereichsvorstand Rothwell, der auch für das Skandinavien-Geschäft zuständig ist, in Personalunion übernommen.

In Großbritannien machte Tui UK 2003 mit gut 3,4 Mrd. Euro knapp 80 % des Umsatzes des Tui-Bereichs Europa Nord. Bereits im vorigen Jahr hatten sich dort Probleme durch einen wachsenden Trend zum späten, kurzfristigen Buchen und zu möglichst günstigen Preisen abgezeichnet.

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