Trendwende bleibt aus
Bahn versagt beim Fernverkehr

Die Deutsche Bahn hat die noch im Frühjahr ausgemachte Trendwende in ihrer angeschlagenen Fernverkehrs-Sparte bis zum Herbstanfang nicht geschafft. Zudem entwickelt sich der Schienen-Güterverkehr zu einem weiteren Problemfall.

HB BERLIN. Intercity und ICE haben nach Angaben von Bahn-Finanzvorstand Diethelm Sack zwischen Juli und September erneut 30 Millionen Euro Verlust eingefahren. Damit weitete die Sparte ihren Betriebsverlust nach Zinsen in den ersten neun Monaten 2004 auf 245 Millionen Euro aus. Die zahlreichen Sonderangebote vor allem im Sommer konnten daher ebenso wenig wie die Preiserhöhungen ab April die Sparte in die schwarzen Zahlen zurückführen. Dabei hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn noch im April optimistisch zu einer Trendwende geäußert.

Sorgen macht der Bahn auch ihre Schienen-Güterverkehrssparte Railion. Nach dem EU-Beitritt osteuropäischer Staaten und dem Wegfall von Grenzkontrollen für Lkw hat die Bahn hier einen wichtigen Vorteil verloren. Das Unternehmen bereitet derzeit eine umfassende Sanierung der Sparte vor. Trotz der Probleme der beiden Bereiche will die Bahn 2004 auch dank ihres Sparkurses einen Gewinn von 200 Millionen Euro ausweisen.

Mehdorn sah im Frühling noch eine Trendwende

Im Frühjahr hatte sich Mehdorn noch mehrfach optimistisch geäußert, dass eine Trendwende nach der Abschaffung des verpatzten Preissystems aus dem Jahr 2003 in Sicht sei. 2004 sollte der Verlust der Sparte auf rund 140 Millionen Euro verringert werden, was derzeit als nicht mehr erreichbar gilt. Vor sechs Wochen hatte die Bahn daher die zweite Preiserhöhung in diesem Jahr angekündigt, was sie vor allem mit den gestiegenen Energiepreisen begründete.

Finanzvorstand Sack machte deutlich, dass die Bemühungen der Bahn, mehr Passagiere für die Züge zu gewinnen, durchaus Erfolg gehabt hätten. So sei sowohl die Auslastung der Züge als auch die Verkehrsleistung - also gefahrene Kilometer kombiniert mit Passagierzahlen - gestiegen. Auch seien 85 Prozent aller Züge pünktlich gewesen, was erheblich besser als 2003 gewesen sei. Offenbar konnten aber die zahlreichen Sonderangebote die Verluste nicht verhindern.

Seite 1:

Bahn versagt beim Fernverkehr

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%