Trennung von Bäckereien
Barilla räumt bei Kamps auf

Der italienische Pasta- und Backwarenhersteller Barilla legt bei seiner deutschen Tochter Kamps Hand an. Das Unternehmen mit Sitz in Parma gibt zwei seiner sieben Großbäckereien in Deutschland auf, die die Brötchen und Brote für die Kampsfilialen herstellen. Betroffen sind die Standorte Bonn und Ludwigshafen. Außerdem nimmt Barilla das Bäckereigeschäft europaweit unter seine Fittiche und lässt nur wenige Manager am teuren Stammsitz in Düsseldorf.

MAILAND. Barilla hatte Kamps vor fünf Jahren übernommen. Der Preis von 1,8 Mrd. Euro für die Mehrheit an Kamps und 49 Prozent an der französischen Bäckereikette Harry’s erwies sich jedoch schnell als viel zu hoch. Der Gründer Heiner Kamps hatte in seinem Expansionsdrang oft auch minderwertige Bäckereiketten in schlechten Lagen übernommen und Schulden angehäuft. Daraufhin haben die Italiener im vergangenen Jahr den Wert ihrer Beteiligung in ihren Büchern um weitere 639 Mill. Euro auf nunmehr 850 Mill. Euro korrigiert.

Nun geht es für Barilla darum, die deutsche Tochter, die neben dem Filialgeschäft auch Marken wie Golden Toast und Lieken produziert, wieder zum Laufen zu bringen. Auf Druck aus Italien löst Kamps derzeit seinen Firmensitz in Düsseldorf auf. Bis auf wenige Ausnahmen ziehen die Mitarbeiter ins Schwalmtal, etwa eine Stunde außerhalb der Stadt und nach Garrel bei Oldenburg. „Es wird ein wenig Bewegung geben“, sagt der Barilla-Vorstandsvorsitzende Bob Singer und schließt auch nicht aus, dass einige daher kündigen werden.

Bei den Filialen mit dem Brezel-Logo will Singer die Produktpalette erweitern. „Bei Impulskäufen ist noch Potenzial“, sagt er. „Wir setzen daher auf Brötchen, Snacks und Getränke.“ Als Beispiel nennt er die zwei neuen Kamps-Läden im Kölner und im Frankfurter Flughafen. Auch die Filialen an Bahnhöfen und in Innenstädten liefen gut.

Für Kamps ist seit dem vergangenen Herbst der Deutsche Wolfgang Keller als dritter Vorstandschef seit der Übernahme zuständig. Aber die Kontrolle aus Parma nimmt zu. Nachdem die Italiener die gesamte Logistik gebündelt und direkt bei der Barilla-Holding angesiedelt haben, soll nun auch das Backwarengeschäft zentralisiert werden. Die neue European Bakery Organisation EBO soll das konzernweite Backwarengeschäft umfassen. Gemeinsam soll diese „virtuelle Einheit“ gemeinsame Produkte entwickeln, die in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Russland und Italien verkauft werden können, erklärt Singer.

Seite 1:

Barilla räumt bei Kamps auf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%