Trennung von Germania kostet fast 18 Millionen Euro
Luft wird für DBA immer dünner

Nach dem Ausstieg des Flugzeugleasing-Unternehmers Hinrich Bischoff (Germania) ist die DBA in schwere Turbulenzen geraten.

HB DÜSSELDORF. Bischoffs Rückzug hat die Billigfluggesellschaft DBA 17,8 Millionen Euro gekostet. Das geht aus einem internen Schreiben des Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Rudolf Wöhrl hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Das finanzielle Polster der Airline ist damit bedenklich dünn geworden. Vor der Trennung von Bischoff hatte Wöhrl die liquiden Mittel der DBA mit 35 Mill. Euro angegeben.

„So gut unsere Position auch in Zukunft sein mag, diesen erheblichen finanziellen Aderlass müssen wir kurzfristig ausgleichen - und das ist nur mit einem Finanzinvestor möglich“, schreibt Wöhrl an die DBA-Mitarbeiter. Wörtlich heißt es in dem Schreiben weiter: "Wir haben eine neue Plattform, aber der Untergrund (eigenes Geld), auf dem diese Plattform steht, ist deutlich weicher geworden."

Der als knallhart kalkulierender Geschäftsmann bekannte Bischoff hatte sich mit Forderungen nach drastischen Gehaltskürzungen nicht durchsetzen können. Wie Wöhrl an die Mitarbeiter schreibt, soll Bischoff zwischenzeitlich sogar mit der Einstellung des Flugbetriebs gedroht haben, ehe er an den Verhandlungstisch zurückkehrte und sich am 30. Juni zum Rückzug aus der Airline entschloss. Die DBA übernahm die von Bischoffs Gesellschaft Germania gehaltenen 64 Prozent der Firmenanteile und machte damit den Einstieg des 69-jährigen Unternehmers vom März wieder rückgängig.

Wöhrl appelliert in dem Schreiben an die Mitarbeiter, mehr zu arbeiten: „Nur so können die von Bischoff für notwendig erachteten Einschnitte abgemildert oder vielleicht ganz vermieden werden." Bischoff hatte eine Senkung der Personalkosten um 30 Prozent verlangt und gefordert, dass das fliegende Personal gleichzeitig 30 Prozent mehr fliegt. Das fliegende Personal hatte zwei Jahre lang auf 20 Prozent ihrer Bezüge verzichtet und erhält seit 1. Juli wieder das volle Gehalt. Wöhrl forderte die neu gewählte Tarifkommission auf, schnell einen wirtschaftlich vertretbaren Tarifvertrag abzuschließen, da die Airline mit den ursprünglichen Höhe der Gehälter „nicht leben könne“.

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