Trennung von Hapag Lloyd
Tui-Chef und Großaktionär wieder im Streit

John Frederiksen, größter Einzelaktionär der Tui, stört die Verkaufspläne des Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel. Vor einem möglichen Verkauf der Hapag-Lloyd fordert Frederiksen eine außerordentliche Hauptversammlung der Aktionäre.

DÜSSELDORF. Dem Reise- und Schifffahrtskonzern Tui droht ein erneuter Konflikt mit seinem größten Einzelaktionär, John Fredricksen. Der norwegische Reeder und Milliardär fordert zur beabsichtigten Trennung der Tui von ihrer Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt.

Die Anteilseigner sollten selbst darüber abstimmen, auf welche Weise die von Aufsichtsrat und Vorstand beschlossene Herauslösung der Containerschiffs-Reederei vollzogen wird. Neben einem Verkauf wird auch eine Abspaltung als „Spin-off“ oder die Fusion mit einer anderen Reederei diskutiert. Tui-Chef Michael Frenzel favorisiert einen schnellen Verkauf. Nach der Rechtsauffassung des Konzerns kann er diesen ohne Mitwirkung der Aktionäre durchziehen. Morgen Nachmittag soll Frenzel dem Aufsichtsrat Einzelheiten vorstellen.

In einer von Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow einberufenen Sondersitzung werden sich die Räte mit einem „Informationsmemorandum“ befassen. „Wir erwarten, dass das Management am Dienstag eine schlüssige Präsentation vorlegt, warum es sich für einen Verkauf entschieden hat“, sagte der Fredricksen-Sprecher. Prinzipiell habe der Großaktionär, der letzte Woche seinen Tui-Anteil von 11,7 Prozent weiter aufstockte – auf knapp unter 15 Prozent wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag sagten, nichts gegen einen Verkauf. Dies müsse aber die beste Lösung für die Anteilseigner und das Unternehmen sein. Es sei nicht auszuschließen, dass Fredricksen juristische Schritte gegen einen Alleingang des Tui-Managements unternehme.

Im März hatte sich Frenzel überraschend von der Zwei-Säulen-Strategie der Tui mit den beiden Sparten Touristik und Containerschifffahrt verabschiedet. Er musste damit dem Druck Fredricksens nachgeben, der dieses Geschäftsmodell scharf kritisiert und damit auch weitere Anteilseigner hinter sich gebracht hatte.

Am 17. März ließ sich Frenzel die Kehrtwende vom Aufsichtsrat absegnen. Er habe damit „proaktiv“ eine unkontrollierte Zerschlagung des Konzerns verhindern wollen, sagte er zwei Tage später bei der Bilanz-Präsentation. Zerrüttet blieb das Verhältnis zu Fredricksen. Auf der turbulenten Hauptversammlung am 7. Mai kritisierte dessen Vertrauter Olav Troim massiv Frenzels Unternehmensführung und scheiterte damit, AR-Chef Krumnow zu stürzen.

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