Trennung von Netz und Vertrieb hat auch Vorteile
EU-Richtlinie kostet Versorger Millionen

Die von der EU- Kommission erzwungene Trennung von Netz- und Vertriebsgeschäft verursacht bei den Energieunternehmen hohe Kosten: Aktuellen Studien zufolge müssen die Versorger Millionensummen in die neue Organisation stecken.

DÜSSELDORF. Die Hamburger Beratungsgesellschaft Mummert Consulting rechnet schon bei Stadtwerken und Regionalversorgern mit einem Aufwand von 3 bis 10 Mill. Euro pro Unternehmen. Bei den großen Konzernen fielen die Belastungen erheblich höher aus. Booz, Allen & Hamilton hat in einer Umfrage, an der sich rund 100 Unternehmen beteiligt haben, einen Kostenanstieg von 3 bis 4 % ermittelt und einem erhöhten Personalbedarf in ähnlicher Größenordnung.

Um den Wettbewerb auf dem europäischen Energiemarkt in Schwung zu bringen, hat die EU verfügt, dass die Energiekonzerne ihre Strom- und Gasnetze vom Vertriebsgeschäft trennen müssen. Mit dem so genannten Unbundling soll verhindert werden, dass die Versorger mit überhöhten Entgelten, die sie von Konkurrenten für die Durchleitung von Energie durch ihre Netze verlangen, den eigenen Vertrieb subventionieren. Neueinsteiger hatten dies seit Jahren als Hauptproblem bei der Marktöffnung bezeichnet.

Während die großen Konzerne wie Eon und RWE die Richtlinie bereits erfüllt haben, bereitet sie vor allem Regionalversorgern und Stadtwerken Probleme. Mindestens 200 Betriebe seien betroffen, sagt Wolfgang Prangenberg, Sprecher des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU): „Der Aufwand ist enorm und schlägt sich bei kleinen Unternehmen natürlich besonders stark nieder“. Vor allem die Personalkosten würden zu Buche schlagen. Die neuen Netzgesellschaften bräuchten schließlich eine eigene Führung, erläutert Prangenberg.

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