Trimet sucht nach gescheitertem Kauf Partner
Norsk Hydro nimmt Hamburger Alu-Werker in die Pflicht

Nach dem gescheiterten Verkauf des Hamburger Aluminium-Werks (HAW) hat die norwegische Norsk-Hydro-Gruppe dem Unternehmen eine Schlankheitskur verordnet, um die restlichen Teile des Werks vor der endgültigen Stilllegung zu retten.

gil/lip DÜSSELDORF/HAMBURG. Sie sieht vor, dass die rund 650 Mitarbeiter der Gießerei und des Walzwerks auf bis zu 15 Prozent ihres Bruttogehalts verzichten. Gleichzeitig soll die wöchentliche Arbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich ausgeweitet werden.

Dieter Braun, Deutschland-Chef von Norsk Hydro, hofft, dadurch die beiden Betriebsteile am selben Standort weiter zu betreiben. „Wir sind hierüber mit Gewerkschaften und Betriebsrat im Gespräch“, sagte Braun. Ausgenommen ist davon der Bereich „Elektrolyse“ mit rund 500 Mitarbeitern. Er wird – wie bereits angekündigt – dichtgemacht.

Der drei HAW-Anteilseigner Norsk Hydro, Alcoa und Austria Metall AG hatten sich in den vergangenen Monaten mit dem Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Uldall um eine neuen Investor bemüht. Dazu gehörte der Hamburger Stahlunternehmer Jürgen Großmann, Chef der Georgsmarienhütte (GMH). Er legte ein Übernahmeangebot für die HAW vor, nach dem sich zuvor der mittelständische Aluminiumhersteller Trimet aus dem Bietergefecht zurückgezogen hatte.

Doch Grossmann kam nicht zum Zuge. Die HAW-Eigentümer lehnten das Angebot ab, weil sie im Fall einer späteren Insolvenz für die Aluminium-Hütte mit mehr als 50 Mill. Euro haften müssten. „Wir haben das Angebot zurückgewiesen, weil uns die Georgsmarienhütte hierfür keine ausreichende Freistellung gegeben hatte“, rechtfertigte Braun am Dienstag die Entscheidung. Zusätzlich habe Großmann kein geeignetes Stromkonzept vorgelegt. Die Strompreise, die rund 40 Prozent der Produktionskosten ausmachen, würden sich 2005 verdoppeln. Der GMH-Chef wies dies zurück. Er erklärte bereits am Wochenende, dass die HAW-Eigner unter fadenscheinigen Gründen die Verhandlungen abgebrochen hätten.

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