Trittin attackiert Brüsseler Kommission
Post legt LKW-Maut auf Firmenkunden um

Die Deutsche Post erhöht wegen der LKW-Maut ihre Paketpreise für Geschäftskunden. Die Post-Pakettochter DHL kündigte in einem Schreiben an Geschäftskunden zum 1. September Preiserhöhungen von rund acht Cent bei praktisch allen Paket-Produkten an. Der Mautzuschlag des Marktführers gilt als Signal für entsprechende Preiserhöhungen in der gesamten Logistikbranche.

agr/bag BERLIN/DÜSSELDORF. Der US-Paketdienst UPS kündigte gegenüber dem Handelsblatt ebenfalls einen Maut-Zuschlag zum 1. September an. Auch kleinere Speditionen wie Bönders in Krefeld bestätigen, dass sie die Mautgebühren an die Kunden weiterreichen werden. Firmenchef Lothar Krenge sagte dem Handelsblatt aber, dass die Überwälzung nicht vollständig gelingt. Für Leerfahrten sei ein Mautzuschlag kaum durchzusetzen. Außerdem schlagen zusätzliche Kosten durch den erheblichen Verwaltungsaufwand zu Buche, der mit der Erhebung der Maut verbunden sei. „Wer sein Geld allein mit Transporten verdient, wird es künftig schwer haben“, sagte Krenge.

Noch herrscht allerdings Unklarheit über den Einführungstermin der LKW-Maut. Brüssel kündigte gestern die Prüfung rechtlicher Schritte an, falls Berlin auf der Einführung der Maut zum 31. August beharrt. Umgekehrt warf Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) den EU-Kommissaren Loyola de Palacio (Verkehr) und Frits Bolkestein (Binnenmarkt) vor, Mitgliedsländer nicht mit gleicher Elle zu messen: Sowohl bei dem EU-Prüfverfahren gegen die deutsche LKW-Maut als auch bei den Bedenken gegenüber dem Dosenpfand sei „auffällig, dass gleiche Vorgänge in verschiedenen Mitgliedsländern zu unterschiedlichen Aktivitäten führen“, sagte er dem Handelsblatt. Bei der Maut habe es Brüssel bislang nicht gestört, dass es in Italien, Spanien und Frankreich seit Jahren Mautsysteme gebe – im deutschen Fall „ist das plötzlich ein Anlass für ein Vertragsverletzungsverfahren“.

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