Trotz Ergebnisverbesserung wächst der Abstand zu ausländischen Konkurrenten
Französische La Poste plant Übernahmen in Osteuropa

Der französische Staatskonzern Groupe La Poste will sein Expressgeschäft durch Zukäufe stärken. Die Tochter Geopost habe die Zukäufe der vergangenen Jahre verdaut, sagte Konzernchef Jean-Paul Bailly bei Bekanntgabe der Ergebnisse für 2003.

cn PARIS. „Der Moment ist gekommen, nach neuen Möglichkeiten für externes Wachstum zu suchen.“ In Spanien, Russland, Polen und auf dem Baltikum sehe er sich derzeit verstärkt um, sagte der La- Poste-Chef.

Bailly bekräftigte, dass La Poste bis zum Jahr 2010 zu einem führenden europäischen Logistikkonzern werden will. Er wurde im September 2002 von der konservativen Regierung Jean-Pierre Raffarins zum obersten Postsanierer gemacht. Im vorigen Jahr konnte Bailly den Rückstand gegenüber Konkurrenten wie der Deutschen Post und der niederländischen TPG aber nicht reduzieren. Die Brutto-Gewinnspanne erreicht mit 0,6 % nur ein Zehntel der Margen von TPG (6 %) und der Deutschen Post (5 %).

„Auch wenn die Ergebnisse besser sind als erwartet, bleiben sie ungenügend“, räumte Bailly ein. „Wir müssen bescheiden bleiben.“ Viel Zeit für seine Aufholjagd bleibt Bailly nicht. Zum 1. Januar 2007 schrumpft das Briefmonopol auf Sendungen bis 50 Gramm, am 1. Januar 2009 fällt es ganz.

Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz von Frankreichs Post um 4 % und erreichte erstmals die Marke von 18 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn verdreifachte sich von 93 auf 310 Mill. Euro. Der Sparkurs zeigte Wirkung – seit Jahren wuchs der Umsatz wieder stärker als die Kosten, weil Bailly begann, den Personalbestand des Konzerns langsam abzubauen.

Hinter der Deutschen Post liegt La Poste allerdings weiterhin deutlich zurück: Baillys Kollege Klaus Zumwinkel meldete für 2003 einen Betriebsgewinn von knapp 3 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 1,3 Mrd. Euro. La Poste blieb dagegen unterm Strich nur ein Nettogewinn von 202 Mill. Euro – sechs Mal mehr als 2002. Das verdankt Bailly aber der Erhöhung des Briefportos von 46 auf 50 Centimes, die ihm die Regierung Mitte 2003 genehmigte. Sie brachte La Poste 200 Mill. Euro extra ein.

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