Trotz Germanwings-Absturz
Lufthansa-Chef bleibt bei Billig-Strategie

Für Carsten Spohr steht der Kurs eindeutig fest: Der Lufthansa-Chef will weiterhin die Billigsparte des Konzerns ausbauen. Daran ändert auch der Absturz eines Germanwings-Flugzeuges im März nichts.
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FrankfurtLufthansa-Chef Carsten Spohr hält trotz des Absturzes einer Maschine der Billigtochter Germanwings am Ausbau dieser Geschäftssparte fest. „Ein Rückzug aus diesem Segment steht nicht zur Debatte“, sagte Spohr der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe) im ersten Interview seit dem Germanwings-Unglück vor zwei Monaten.

Damit stellt sich Spohr hinter den umstrittensten Teil seiner vorigen Sommer vorgestellten Konzernstrategie. Im Mittelpunkt steht die bislang vor allem für Regionalflüge bekannte Tochter Eurowings. Die neue Airline soll 40 Prozent günstiger fliegen als die Lufthansa selbst. Eigentlich hat die Lufthansa seit Jahren mit Germanwings bereits eine eigene Billigfluglinie im Konzern, die viele Deutschland- und Europastrecken von der Lufthansa übernommen hat. Die Betriebskosten dieser Airline liegen unter denen der Kranich-Linie selbst, sind jedoch wesentlich höher als bei Günstigrivalen wie Ryanair oder Easyjet. Deshalb sind die Tage von Germanwings gezählt – die Fluglinie geht in Eurowings auf.

Beim Absturz eines Germanwings-Jets vom Typ A320 kamen am 24. März 150 Menschen ums Leben. Nach Ansicht der Ermittler steuerte ein psychisch kranker Copilot die Maschine absichtlich gegen einen Berg in den Alpen. Als Konsequenz schlägt Spohr in dem Interview unangekündigte Kontrolluntersuchungen über die Verfassung der Piloten vor. Der Vorschlag werde in eine Expertenrunde des Branchenverbands BDL eingebracht, sagte ein Konzernsprecher.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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