Trotz Insolvenzstreit Niki bereitet den Neustart vor

Noch wird vor Gericht über den Ort des Insolvenzverfahrens für die österreichische Airline Niki gestritten. Trotzdem werden die Weichen für einen Neustart unter neuem Eigentümer und neuem Geschäftsführer gestellt.
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Niki: Air-Berlin-Tochter bereitet den Neustart vor Quelle: Reuters
Heben Niki-Jets bald wieder ab?

Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs ist für Ende März geplant.

(Foto: Reuters)

Wien/Korneuburg/BerlinBei der Air-Berlin-Tochter Niki laufen trotz des Streits über das Insolvenzverfahren die Vorbereitungen für eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Im Februar solle der Ticketverkauf starten, der Erstflug unter einem neuen Eigentümer der österreichischen Fluggesellschaft sei für Ende März geplant, meldete die Nachrichtenagentur APA.

Der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG mit seiner Billigtochter Vueling will trotz des Rechtsstreits um die Insolvenz-Zuständigkeit am Kauf von Niki-Teilen festhalten. Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther hatte ein zweites Insolvenzverfahren in Österreich angekündigt, um den bereits ausgehandelten Kaufvertrag mit der British-Airways-Mutter IAG abzusichern.

Für diesen sogenannten Sekundär-Insolvenzantrag in Österreich hat Niki bis Donnerstag Zeit. Die Frist, die sich aus dem Insolvenzantrag des Flugrechteportals Fairplane ergibt, laufe um Mitternacht in der Nacht zum Freitag aus, sagte ein Sprecher des zuständigen Landesgerichts Korneuburg am Mittwoch. Bisher sei der Antrag nicht eingegangen. Das Sekundär-Insolvenzverfahren ist nach Aussage Flöthers nötig, um den Verkauf von Niki zu vollziehen. Das Hauptverfahren bleibe in diesem Fall jedoch in Deutschland.

Vom Landesgericht Korneuburg ist in Sachen Niki also vor Freitag mit keiner Entscheidung zu rechnen. Das Fluggastportal Fairplane argumentiert, dass Niki ihre Hauptaktivitäten in Wien habe und deshalb Österreich für das Insolvenzverfahren zuständig sei. Das Berliner Landgericht folgte dieser Lesart - dagegen legte Niki Beschwerde beim Bundesgerichtshof ein.

Der schnelle Aufstieg und tiefe Fall der Krisen-Airline
1978
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Der US-Pilot Kim Lundgren (links, mit Sohn Shane) gründet die Air Berlin Inc. als Berliner Charterfluggesellschaft mit zwei Flugzeugen.

1979
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Erstflug von Berlin nach Palma de Mallorca.

1991
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Joachim Hunold (Bild) und Kim Lundgren gründen die Air Berlin GmbH.

2003
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Air Berlin steigt auf zur zweitgrößten Fluggesellschaft in Deutschland nach Lufthansa, gemessen an der Passagierzahl.

2004
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Air Berlin steigt bei der österreichischen Fluggesellschaft Niki ein.

2005
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Die GmbH wird in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (PLC) umgewandelt - in die Air Berlin PLC.

2006
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Air Berlin geht am 11. Mai in Frankfurt an die Börse. Später übernimmt das Unternehmen die deutsche Fluggesellschaft dba.

Niki-Chef Oliver Lackmann verlässt die Airline im Februar. Das teilte der 48-jährige Deutsche in einem Schreiben an die Niki-Mitarbeiter mit, das dem Luftfahrtportal „Austrian Aviation Net“ vorlag. „Diese Entscheidung liegt bereits einige Monate zurück und hat nichts mit dem Insolvenzantrag von Niki zu tun“, schrieb Lackmann.

Allerdings sei es üblich, dass bei einem Eigentümerwechsel eine neue Geschäftsführung ins Amt komme. Lackmann war seit April 2016 Chef des Ferienfliegers.

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  • dpa
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