Trotz Kauflaune
Einzelhändler mit überraschendem Umsatzminus

Die Kauflaune der Deutschen steigt unaufhörlich – doch die Einzelhändler nehmen im Oktober weniger ein. Zum zweiten Mal in Folge steht ein Umsatzminus zu Buche. Experten rechneten mit einem Anstieg.
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BerlinEin unerwarteter Umsatzrückgang im Oktober schürt im deutschen Einzelhandel die Furcht vor einem schwachen Weihnachtsgeschäft. Trotz Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und guter Kauflaune nahmen die Geschäfte 0,4 Prozent weniger ein als im Vormonat. Das war bereits der zweite Rückgang in Folge, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Ökonomen hatten fest mit einem Wachstum gerechnet.

"Möglicherweise hat die Debatte um Steuererhöhungen das Ausgabeverhalten beeinflusst", sagte Christin Schulz von der Berenberg Bank. Der Rückgang verunsicherte die Börsianer: Der Dax stagnierte. Die Einzelhandelsdaten nährten die Sorge vor einem etwas schleppenden Weihnachtsgeschäft, sagte Markus Huber, Händler beim Brokerhaus Peregrine & Black.

Der Branchenverband HDE rechnet für November und Dezember mit einem Umsatz von 80,6 Milliarden Euro. Das wären eine Milliarde Euro oder 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Wir rechnen mit einem guten Weihnachtsgeschäft", sagte HDE-Sprecher Kai Falk vor dem ersten Adventswochenende. "Die Kauflaune ist gut, die Unternehmen sind optimistisch gestimmt." Den GfK-Forschern zufolge ist das Konsumklima derzeit so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr. Falk verwies darauf, dass der HDE erst vor wenigen Tagen seine Prognose für das Umsatzwachstum 2013 von 1,0 auf 1,2 Prozent angehoben habe. "Die Entwicklung ist positiv."

Garant für das Wachstum ist das brummende Online-Geschäft: Hier wird im Weihnachtsgeschäft ein Plus von 15 Prozent erwartet. Branchenprimus Amazon rechnet trotz des Tarifstreits mit der Gewerkschaft Verdi sowie drohenden Streiks mit guten Geschäften. Die Arbeitsniederlegungen hätten bisher keinen Einfluss auf das Zustellversprechen gehabt, das dem Kunden gegeben werde, sagte Deutschland-Chef Ralf Kleber der Nachrichtenagentur Reuters.

"Größere Probleme im Weihnachtsgeschäft haben wir, wenn es Glatteis in den Kasseler Bergen oder Schnee in Deutschland gibt. Das macht die Sorgenfalten." Für Amazon sei die Adventszeit "absoluter Saisonhöhepunkt". Dann sind für den weltgrößten Onlinehändler in der Bundesrepublik 14.000 Arbeitskräfte tätig, während es sonst nur 9000 Mitarbeiter sind.

Amazon, Apple, viele andere Online-Händler und auch herkömmliche Geschäfte lockten an diesem Freitag nach US-Vorbild mit Rabatten. In den Vereinigten Staaten gilt der "Black Friday" als umsatzträchtigster Tag des Jahres. Dort begann das Weihnachtsgeschäft mit einem Sturm auf die Kaufhäuser und einer Flut von Online-Bestellungen.

Im Vergleich zum Oktober 2012 hatten die deutschen Einzelhändler 0,8 Prozent mehr in den Kassen, wozu der boomende Internet- und Versandhandel maßgeblich beitrug. Dessen Umsatz kletterte um 4,8 Prozent. Supermärkte und Warenhäuser kamen auf ein Plus von 4,2 Prozent. Das größte Minus musste der sogenannte sonstige Einzelhandel - wozu Bücher und Schmuck gehören - mit 5,3 Prozent hinnehmen. In den ersten zehn Monaten des Jahres legte der Einzelhandelsumsatz um 1,5 Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Trotz Kauflaune: Einzelhändler mit überraschendem Umsatzminus"

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  • Das ist der Unterschied zwischen Wunschdenken (Ifo und GfK Index) und Realität.

  • Das ist der Unterschied zwischen Wunschdenken (Ifo und GfK Index) und Realität.

  • " Experten rechneten mit einem Anstieg."

    Ist es nicht schön, wiedermal hatten unsere "Experten" recht, wie unsere Wirtschaftsweisen,Ökonomen & Co. !

    Von unseren "Volksvertretern" ganz zu schweigen, nicht alle, aber zu viele !!!

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