Trotz Preiskampf steigen die Gewinne
Autovermieter haben Talsohle durchschritten

Knapp ein Fünftel Ertragsplus bei Sixt, ein Sechstel bei Europcar, Gewinnsteigerungen auch bei Verfolgern wie Avis, Budget oder Hertz: Die großen Autovermieter haben ihre Kosten gesenkt und 2004 beim Ertrag die Talsohle hinter sich gelassen. Für die Umsätze gilt das nicht.

HB FRANKFURT. Auf dem Markt für Autovermietungen in Deutschland ist keine Belebung erkennbar, wie Avis-Deutschland-Chef Gerd Hartmann betont: Nach einem Umsatzrückgang der Branche von 2,4 Mrd. Euro im Jahr 2000 auf nicht einmal mehr zwei Mrd. Euro im vergangenen Jahr „ist auch 2005 und 2006 kaum Wachstum zu erwarten“, prognostiziert er.

Während sich die Branchenführer, die Münchner Sixt AG und die VW-Tochter Europcar, in Werbekampagnen einen erbitterten Preiskampf liefern, setzen die Verfolger auf andere Strategien, um künftig ein größeres Stück vom Kuchen abzuschneiden. So will Avis nach Aussagen von Geschäftsführer Hartmann seine Kunden mit seinem Service, einer einfachen Abwicklung und einem internationalen Netzwerk „von den USA bis China“ überzeugen. Komfort für den Kunden steht daher im Vordergrund einer neuen Werbekampagne, die ohne Preisangebote auskommt. „Wir wollen wettbewerbsfähige Preise, uns aber nicht primär über den Preis positionieren“, betont Hartmann. Mit einer Service-Offensive will er langfristig den Marktanteil von 14 auf 20 Prozent steigern.

Dass auch in einem stagnierenden und hart umkämpften Markt Erfolge zu erzielen sind, hat 2004 Budget Deutschland bewiesen. Das Unternehmen, eine Tochter der Hamburger Albis Leasing AG, hat den Marktanteil auf gut vier Prozent verdoppelt. Erfolgsrezept war die Konzentration auf noch zwei Tarife: Economy für 49 Euro und Business für 69 Euro. Im laufenden Jahr will Budget damit sieben Prozent des Marktes abschöpfen, für 2008 hat sich Budget-Vorstand Michael Gehricke zehn bis elf Prozent vorgenommen. Höhere Mietwagenpreise kann die Branche auf Grund des intensiven Wettbewerbs wohl auch in den nächsten Jahren nicht durchsetzen. Normalerweise müssten die Preise nach Angaben Hartmanns um zwei bis drei Prozent steigen, alleine um die Kosten für die Umstellung auf die Autobahn-Maut und den Wegfall der Steuerbefreiung zu kompensieren. „Doch die Branche kann glücklich sein, wenn sie die Preise halten kann“, sagt der Branchenkenner.

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