Trotz schwachen Quartals
Deutsche Post hält an Jahreszielen fest

Steigende Personalkosten und die Pleite von Neckermann zehrten im letzten Quartal an den Ergebnissen der Deutschen Post. Dennoch halten die Bonner an ihrer Jahresprognose fest – auch wegen des starken Asien-Geschäfts.
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FrankfurtDie Deutsche Post schlägt der Schuldenkrise in Europa dank boomender Geschäfte in Asien weiter ein Schnippchen. Die Umsätze steigerte der Konzern im dritten Quartal, beim Gewinn musste er aber Abstriche machen - operativ konnte er die Markterwartungen nicht erfüllen. In der Briefsparte bröckelte der operative Ertrag, eine seit April geltende Lohnerhöhung und die Pleite des Versandhändlers Neckermann machten sich hier bemerkbar. Konzernchef Frank Appel bekräftigte aber ausdrücklich seine Ziele für 2012 - er will im Weihnachtsgeschäft mehr verdienen als noch vor Jahresfrist. Die Rivalen FedEx und UPS hatten ihre Ziele im Jahresverlauf senken müssen.

"Unser Wachstumstrend ist auch in dem erwartet schwierigen Marktumfeld intakt", betonte Appel. Die Post sei dort stark, wo die wirtschaftliche Dynamik am höchsten sei - in den asiatischen Wachstumsmärkten. Vor allem das internationale Expressgeschäft legte im Quartal bei Umsatz und Ertrag zu. Insgesamt konnte der Bonner Konzern zwischen Juli und September den Umsatz um 5,7 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro steigern, wie er am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Der operative Gewinn (Ebit) sank indes um 6,5 Prozent auf 604 (Vorjahr: 646) Millionen Euro. Im Briefbereich ließ die mit der Gewerkschaft vereinbarte Lohnerhöhung von insgesamt rund vier Prozent die Personalkosten steigen. Der Überschuss nach Anteilen Dritter stagnierte bei 382 (385) Millionen Euro.

Die Post verfehlte beim operativen Gewinn die Erwartungen des Marktes. Von Reuters befragte Analysten hatten im Mittel einen Umsatz von 13,594 Milliarden Euro, einen operativen Gewinn (Ebit) von 648 Millionen Euro und einen Überschuss nach Minderheiten von 356 Millionen Euro prognostiziert.

Die erst im Vorquartal angehobene Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte Konzernchef Appel: Die Post rechnet 2012 mit einen Anstieg des Ebit auf 2,6 bis 2,7 (Vorjahr: 2,4) Milliarden Euro. Im vierten Quartal muss der Konzern nun einen Schlussspurt hinlegen: Nach neun Monaten lag der operative Gewinn bei 1,8 Milliarden Euro. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft erwartet Appel nun Ergebnisverbesserungen gegenüber dem Vorjahr. Im kommenden Jahr solle sich die positive Ergebnisentwicklung aus 2012 dann "tendenziell fortsetzen". Auch an seiner Mittelfrist-Prognose bis 2015 hält Appel fest - dann soll das operative Ergebnis bei bis zu 3,55 Milliarden Euro liegen.

Weltmarktführer UPS hatte seine Jahresziele nach dem zweiten Quartal noch gesenkt. Auch UPS hatte sich dann aber optimistisch für das Weihnachtsgeschäft gezeigt. Rivale FedEx hatte im September seine Jahresprognosen zusammengestrichen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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