Trotz starkem Sommerquartal
Hapag-Lloyd steckt weiter in tiefroten Zahlen

Netto-Verlust im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht: Die Reederei Hapag-Lloyd kämpft mit fallenden Frachtraten und hohen Kosten. Vorstandschef Jansen zeigt sich unzufrieden und kündigt ein Sparprogramm an.
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HamburgDeutschlands größte Containerlinie Hapag-Lloyd steckt vor dem Zusammenschluss mit dem chilenischen Konkurrenten CSAV tief in den roten Zahlen und kündigt ein Sparprogramm an. Zwar schrieb die Reederei im Sommerquartal einen bereinigten Betriebsgewinn von 33,1 Millionen Euro. Das reichte jedoch nicht, um die zwei vorangegangenen Verlustquartale wettzumachen.

Nach neun Monaten stand ein operativer Verlust von knapp 41 Millionen Euro bei einem leicht niedrigeren Umsatz von 4,9 Milliarden Euro zu Buche. Im Vorjahreszeitraum hatte Hapag-Lloyd operativ noch 80 Millionen Euro Gewinn erzielt.

Der seit wenigen Monaten amtierende neue Vorstandschef Rolf Habben Jansen zeigte sich unzufrieden mit dem Ergebnis. Hapag-Lloyd sei zwar grundsätzlich auf einem guten Weg, die Kosten müssten aber gesenkt werden. Neben weiteren Einsparungen seien auch Verbesserungen im Vertrieb geplant. Details nannte Habben Jansen nicht.

Hapag-Lloyd kämpft, wie andere Reedereien auch, mit fallenden Frachtraten. Das sind die Preise, die die Kundschaft für den Transport von Containern bezahlen müssen. Bis Ende September sanken diese um 74 Dollar auf 1432 Dollar je Standardcontainer (TEU). Der leichte Rückgang bei den Treibstoffkosten konnte dies nicht ausgleichen. Der Umsatz schrumpfte trotz gestiegener Transportmenge. Unter dem Strich blieb nach neun Monaten ein Netto-Verlust von 224 Millionen Euro, vier Mal soviel wie im Vorjahr.

Hapag-Lloyd will durch den Zusammenschluss mit CSAV zur viertgrößten Linienreederei der Welt aufsteigen und erhofft sich davon Kostenvorteile im harten Wettbewerb auf See. Derzeit liegen die Hamburger weltweit auf Rang sechs, CSAV auf Platz 20. Mehrere Kartellbehörden haben den geplanten Deal bereits abgesegnet, es fehlen noch China und Mexiko. Wenn auch diese beiden Länder grünes Licht geben, kann CSAV sein Containergeschäft bei Hapag-Lloyd einbringen. Das Closing wird in den nächsten Wochen erwartet.

Allzu schnell dürfte der neue Konzern aber nicht in ruhigere Gewässer kommen: Auch 2015 werde herausfordernd, prognostizierte Habben Jansen mit Blick auf die seit sechs Jahren andauernde Krise in der Containerschifffahrt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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