Trotz teurer Rückrufaktion
Bosch-Siemens erreicht Umsatz-Rekord

Rekordumsatz trotz teurer Rückrufaktion: Wegen der Rücknahme gefährlicher Geschirrspüler verzeichnet Bosch Siemens Hausgeräte einen sinkenden Betriebsgewinn. Doch das kann den Konzern nicht stoppen.
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MünchenBosch Siemens Hausgeräte bläst zur Attacke gegen die aufsteigende Konkurrenz aus Asien. Der neue Konzernchef Karsten Ottenberg verordnet dem weltweit drittgrößten Hersteller von Waschmaschinen, Kühlschränken und Co. eine anspruchsvollen Wachstumskurs. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll die gemeinsame Tochter von Bosch und Siemens ihren Umsatz auf 20 Milliarden Euro verdoppeln. Bei konstanter operativer Rendite von sieben Prozent sollen die Münchner außerdem noch ihre Marktanteile ausbauen und sich als globale Nummer zwei oder Nummer eins etablieren. „Wir verfolgen einen aggressiven, ambitionierten Wachstumskurs aus einer Position der Stärke“, verkündete Ottenberg, der im vergangenen Jahr vom Banknoten- und Sicherheitstechnikkonzern Giesecke & Devrient kam.

Ottenbergs Kurs erscheint im umkämpften Geschäft mit Hausgeräten ambitioniert. Verstärkt drängen asiatische Riesenkonzerne wie Samsung, LG und Haier auf die westlichen Märkte. So peilt Samsung an, bis 2015 weltweit der größte Anbieter von Haushaltshelfern zu sein und neben BSH auch an der schwedischen Electrolux und dem US-Marktführer Whirlpool vorbeizuziehen.

BSH will im Kampf um die Zukunft seine Investitionen kräftig aufstocken. Vor allem soll die Modellpalette verbreitert und modernisiert werden. Die regionalen Einheiten bekommen mehr eigene Kompetenzen und sollen auch Märkte erschließen, auf denen BSH bisher nur schwach vertreten ist. Der herkömmliche Handel spielt für Ottenberg daher auch nur eine untergeordnete Rolle. Sein Haus arbeite an eine stärkeren Vernetzbarkeit der Geräte und genauerem Zuschnitt auf die Wünsche der Konsumenten. „Die Stückzahl eins ist für uns in der Produktion durchaus ein Thema“, sagte Ottenberg.

Deutsche Standorte sollen nicht unter die Räder kommen, auch das Preisniveau soll nicht sinken. Vielmehr werde BSH seine Konzernmarken von Gaggenau über Neff bis hin zu Constructa und den ausländischen Ablegern prominenter in den jeweiligen Marktsegmenten einsetzen. Selbst im stagnierenden europäischen Geschäft will Ottenberg den Rivalen Kunden abjagen und seinen Marktanteil auf 30 Prozent treiben. „Das kann dazu führen, dass man uns an der einen oder anderen Stelle aggressiver wahrnimmt.“

Für seine Pläne hat sich Ottenberg bereits den Segen seiner beiden Eigentümer geholt. Die beiden Industrieriesen müssen sich wegen der steigenden Ausgaben der Tochter auf eine geringere Dividende gefasst machen. Zuletzt hatten sie sich eine Dividende von 233 Millionen Euro geteilt. Allerdings will Ottenberg auch nicht bei Siemens und Bosch zusätzliches Geld einfordern. „Wir werden dafür keine Investitionen unserer Anteilseigner brauchen“, sagte der Manager. Die Weiterentwicklung sei organisch geplant.

Für das vergangene Jahr schlägt sich eine teure BSH-Rückrufaktion auch in den Kassen der Eigentümer nieder. Obwohl der Hersteller erstmals über zehn Milliarde Euro umsetzte, war der Betriebsgewinn deutlich rückläufig. Mit um die 150 Millionen Euro schlug der Rückruf mehrerer Millionen brandanfälliger Geschirrspüler ins Kontor. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sei im letzten Geschäftsjahr auf gut 500 Millionen Euro gesunken, erklärte Finanzchef Johannes Närger.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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