Trotz Ukraine-Krise
Hamburger Hafen auf Rekordkurs

Im Hamburger Hafen werden 2015 voraussichtlich erstmals zehn Millionen Standardcontainer bewegt. Der Hafen befindet sich auf Rekordkurs. Die Hafenwirtschaft drängt darauf, dass die Elbe erneut vertieft wird.
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HamburgDer Hamburger Hafen peilt trotz der Ukraine-Krise und der schwächelnden Weltkonjunktur einen Rekord im Containerverkehr an. In diesem Jahr würden voraussichtlich erstmals zehn Millionen Standardcontainer (TEU) an den Kaimauern der Hansestadt bewegt, teilte der Verein Hafen Hamburg Marketing am Montag mit. Das wären gut drei Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr, als 9,7 Millionen Stahlboxen an den Terminals von Logistikunternehmen wie der HHLA, Eurogate und Buss verschifft wurden beziehungsweise dort ankamen. Damit würde sich das Wachstum abschwächen. 2014 hatte der Containerumschlag um 5,1 Prozent zugelegt.

Wachstumstreiber im abgelaufenen Jahr war den Angaben zufolge abermals der Containerverkehr mit China mit plus 9,8 Prozent. Die Volksrepublik ist mit rund drei Millionen TEU Hamburgs wichtigster Handelspartner. Besonders stark legte der Containerverkehr mit Polen zu, der um fast ein Viertel auf rund 400.000 Einheiten kletterte. Der Transport von und nach Indien wuchs um 15 Prozent auf gut 230.000 Stahlboxen. Dagegen stagnierte der Zubringerverkehr (Feeder) in die Ostseeregion. Der Containerumschlag mit Russland schrumpfte wegen der vom Westen verhängten Handelssanktionen um acht Prozent auf 662.000 Einheiten.

Wegen der immer größeren Containerschiffe, die Hamburg ansteuern, dringt die Hafenwirtschaft darauf, dass die Elbe möglichst bald erneut vertieft wird. Im Januar hatte das erste Mega-Schiff mit Platz für mehr als 19.000 TEU der Reederei China Shipping in Hamburg festgemacht. Der Gigant kam halb beladen nach Hamburg. Bei voller Auslastung wäre die Elbe nicht tief genug gewesen.

Eine rasche Abfertigung solcher Riesen ist nach Meinung der Hafenwirtschaft nur bei einer weiteren Ausbaggerung der Elbe möglich. Die geplanten Baggerarbeiten ruhen seit mehr als zwei Jahren, weil Umweltverbände dagegen geklagt haben. Sie befürchten ökologische Schäden, wenn die Elbe weiter vertieft wird. Das Bundesverwaltungsgericht hatte Anfang Oktober eine Entscheidung vertagt und will erst abwarten, wie der Europäische Gerichtshof in einem anderen Fall urteilt. Danach wollen sich die Leipziger Richter dann erneut mit dem Fall befassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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