Trotz Verlust Metro-Chef Koch soll um drei Jahre verlängern

Jahresprognose eingegrenzt: Der deutsche Handelskonzern Metro muss die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr drosseln. Metro-Chef Olaf Koch kann sich zudem auf eine neue Amtszeit freuen.
Update: 31.07.2014 - 09:07 Uhr Kommentieren
Mit Metro-Chef Olaf Koch in die Zukunft: Die Metro AG legt aktuelle Zahlen vor. Quelle: Reuters

Mit Metro-Chef Olaf Koch in die Zukunft: Die Metro AG legt aktuelle Zahlen vor.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer Handelsriese Metro kämpft mit den Folgen seines Konzernumbaus. Kosten für Standortschließungen und die Sanierung von Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn drückten den Konzern im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2013/14 in die Verlustzone. Metro-Chef Olaf Koch verwies indes darauf, dass Metro beim flächenbereinigten Umsatz zugelegt habe.

Seine Jahresprognose musste der Metro-Chef am Donnerstag dennoch weiter eingrenzen - negative Währungseffekte durch den starken Euro-Kurs würden den Gewinn im Geschäftsjahr „im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich belasten“, räumte er ein. Der Metro-Chef kann darauf setzen, den Umbau des Konzerns mit Töchtern wie Kaufhof und Real weiter vorantreiben zu können: Der Personalausschuss des Aufsichtsrats empfahl, seinen Vertrag um drei Jahre zu verlängern.

Bei einem Umsatz von 14,86 Milliarden Euro stagnierte der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren im dritten Quartal bei 276 (Vorjahr: 276) Millionen Euro. Unter dem Strich stand für den Zeitraum von April bis Juni nach Anteilen Dritter ein Verlust von 63 Millionen Euro. Koch unterstrich, das Minus sei durch Kosten für Standortschließungen sowie "Effizienzmaßnahmen" bei Media-Saturn entstanden. Die Elektronikhandelskette hatte im April einen Umbau angekündigt, auch Stellen in der Verwaltung sollen wegfallen.

Mit seinen Zahlen lag der Konzern im Rahmen der Markterwartungen. Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von 14,8 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn vor Sonderfaktoren von 265 Millionen Euro gerechnet.

Metro-Chef Koch hat gleich mehrere Baustellen vor der Brust. Pläne für einen Börsengang des russischen Großmarktgeschäfts hatte er angesichts des Ukraine-Konflikts auf Eis gelegt, die Zukunft der Warenhauskette Kaufhof unter dem Metro-Konzerndach hatte er zur Disposition gestellt.

Die Spekulationen um den Kaufhof hatten angesichts der anhaltenden Turbulenzen beim mit Umsatzrückgängen und Verlusten kämpfenden Wettbewerber Karstadt neue Nahrung erhalten. Zugleich tobt seit Jahren ein erbitterter Machtkampf mit dem Minderheitseigner der Tochter Media-Saturn, Erich Kellerhals. Media-Saturn konnte im Quartal den Umsatz nun leicht steigern - dabei half auch die Fußball-Weltmeisterschaft.

  • rtr
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