Trotzdem Preiserhöhungen
Bahn verdient mehr als jemals zuvor

Drei Viertel des Jahres sind um und die Deutsche Bahn spricht schon vom besten Jahr ihrer Geschichte. Die Zahlen sehen in der Tat glänzend aus. Dennoch müssen die Reisenden schon bald mehr für eine Fahrt mit dem Staatsunternehmen bezahlen.

HB BERLIN. Der Konzern habe von Januar bis September seinen Umsatz um 19 Prozent auf 22 Mrd. Euro steigern können, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. Ohne die Einbeziehung des neu erworbenen US-Logistikunternehmens Bax Global betrug die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr immerhin noch 7,9 Prozent. Nach Aussage der Bahn haben der Personen- und Güterverkehr sowie die internationale Logistik deutlich zugelegt.



Das operative Ergebnis (Ebit) sei weiter deutlich angestiegen und liege nach neun Monaten mit rund 1,5 Mrd. Euro bereits oberhalb des Wertes für das Gesamtjahr 2005, hieß es. Dabei sei das vierte Quartal traditionell das stärkste bei der DB.

„Mit dieser anhaltend erfreulichen Entwicklung werden wir auch im Geschäftsjahr 2006 unsere Erfolgsgeschichte fortsetzen. Es wird damit das beste Jahr in der Geschichte der Deutschen Bahn sein“, erklärte DB-Vorstandsvorsitzender Hartmut Mehdorn.

Preiserhöhungen in Nah- und Fernverkehr

Trotz der guten Zahlen hat die Bahn bereits empfindliche Preiserhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt. Im Fernverkehr verlangt die Bahn im Durchschnitt 2,9 Prozent mehr, was zusammen mit der zu Beginn 2007 anstehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer eine Erhöhung um durchschnittlich 5,6 Prozent bedeutet. Auch im Regionalverkehr steigen die Preise um durchschnittlich 2,9 Prozent. Für Entfernungen unter 50 Kilometer kommt es aber zu keiner Erhöhung des ohnehin ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent. Anders sieht das bei Entfernungen bis 100 Kilometern aus. Dafür verteuern sich die Zeit- und Einzelkarten inklusive Mehrwertsteuererhöhung um insgesamt 3,9 Prozent.

Die Bahn-Card-Kunden müssen nur eine Preisanhebung im Ausmaß der höheren Mehrwertsteuer zahlen. Bei der Jugend-Bahn-Card und bei Zusatzkarten übernimmt die Bahn diese sogar. Teurer werden zudem Platz-Reservierungen im Fernverkehr über den Kundenschalter, Fahrradkarten und der Sprinterzuschlag.

Als Grund für die Preisanhebungen hatte die Bahn Anfang Oktober vor allem höhere Rohstoff- und Energiepreise genannt. „Die Marktpreise für Strom, Öl und Diesel sind binnen eines Jahres um bis zu 40 Prozent gestiegen“, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch. Hinzu kämen Investitionen der Bahn für neue Züge und andere Modernisierungen von fast 1 Mrd. Euro in den Jahren 2005 und 2008, die noch nicht in den Preisen berücksichtigt seien. Schließlich nannte das Unternehmen erhebliche Angebotsverbesserungen, wie deutlich niedrigere Fahrzeiten bei Fernverbindungen – etwa auf der Strecke Berlin-München – und schnellere Verbindungsfrequenzen.

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