Tüv Rheinland und Tüv Süd wollen fusionieren
Prüfriese soll entstehen

Zweiter Anlauf: Die beiden größten deutschen Tüv-Gesellschaften wollen fusionieren. Das geplante Zusammengehen von Tüv Rheinland und Tüv Süd zum weltweit zweitgrößten technischen Prüfkonzern soll keine Arbeitsplätze kosten, wie die Vorstandschefs beider Unternehmen versichern. Für den Tüv Süd ist es der nächste Anlauf nach einer gescheiterten Fusion im vergangenen Sommer.

HB DÜSSELDORF. Der Tüv Süd in München und der Tüv Rheinland in Köln prüften derzeit die Ausgestaltung ihres Zusammengehens, teilten beide Prüfkonzerne am Mittwoch in Düsseldorf mit. Durch die Fusion der beiden Trägervereine und die folgenden Zusammenlegung der beiden Konzerne soll bis zum Jahresende ein Dienstleistungskonzern mit weltweit etwa 25 000 Mitarbeitern und mehr als 2,2 Mrd. Euro Umsatz entstehen. Bis Mai sollen die eingehende Unternehmensprüfung abgeschlossen und der Zusammenschluss beim Kartellamt angemeldet sein.

Führen soll den Konzern zunächst der Chef des Tüv Rheinland, Bruno Braun. Zum 1. Januar 2010 will der 65-Jährige das Amt aber an seinen Tüv-Süd-Kollegen Axel Stepken (49) abgeben und den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen. Standort der Zentrale des fusionierten Konzerns soll München sein.

Tüv Süd und Tüv Rheinland wären zusammen der zweitgrößte Prüfkonzern der Welt hinter der börsennotierten schweizerischen SGS. Die französische Bureau Veritas und den deutschen Marktführer Dekra (1,4 Mrd. Euro Umsatz) würden sie überholen. Die um die regionalen Technischen Überwachungsvereine (Tüv) herum entstandenen Dienstleister sind unter Zugzwang, weil der Markt der Prüfung und Zertifizierung von Industrieanlagen in diesem Jahr liberalisiert wurde.

Im vergangenen Sommer war ein geplante Fusion zwischen Tüv Süd und Tüv Nord kurzfristig abgesagt worden. Als Begründung waren seinerzeit Analysen der Wettbewerbsbedingungen genannt worden. Dabei hätte sich gezeigt, dass man unabhängig voneinander schneller und flexibler auf die globalen Markterfordernisse reagieren könne als in einem großen Verbund, so die damals verbreitete Erklärung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%