TÜV Süd und TÜV Rheinland
TÜV-Elefantenhochzeit scheitert am Kartellamt

Die geplante Fusion der beiden größten deutschen TÜV-Gesellschaften ist am Widerstand des Bundeskartellamts vorerst gescheitert. Die Vorstände des TÜV Süd und des TÜV Rheinland zogen ihre Anmeldung des Zusammenschlusses beim Kartellamt zurück, wie beide Firmen am Dienstag gemeinsam mitteilten.

HB DÜSSELDORF. Sie hatten den weltweit zweitgrößten technischen Prüfkonzern hinter der börsennotierten schweizerischen SGS schmieden wollen. Ganz vom Tisch sind die Pläne aber nicht: Beide TÜVs wollen einen neuen Anlauf nehmen, wenn sie entschieden haben, wie die Bedenken der Wettbewerbshüter doch noch ausgeräumt werden könnten.

Die bisherigen Fusionspläne wären wohl am Freitag endgültig vom Kartellamt untersagt worden. Denn dann wäre die bereits verlängert Prüffrist für das Vorhaben endgültig abgelaufen. "Die Zusagen, die sie uns angeboten haben, waren nicht ausreichend", sagte eine Sprecherin des Kartellamts.

Die beiden TÜV-Gesellschaften wollen nun die bisherigen Erfahrungen aus den langen Verhandlungen mit dem Kartellamt nutzen, "um zu einer sinnvollen Lösung" zu kommen. "Die Fusion von TÜV Süd und TÜV Rheinland ist aus Sicht der Unternehmen sowohl aus betriebswirtschaftlichen Gründen als auch aus volkswirtschaftlichen Gründen unverändert das richtige Ziel." Sie betonten mit Blick auf die Behörde zudem, dass eine Fusion auf Zuspruch aus der Politik setzen könne.

Die beiden Technischen Überwachungsvereine hatten im Februar ihre Pläne für ein Zusammengehen vorgestellt und bei der Behörde angemeldet. Das Kartellamt hatte diese seit Ende März unter die Lupe genommen. Der TÜV Süd hatte nach eigenen Angaben den Wettbewerbshütern angeboten, seine Beteiligung von 55 Prozent am deutlich kleineren TÜV Hessen abzugeben. Dies genügt dem Kartellamt aber nicht. Der TÜV Hessen setzte im vergangenen Jahr 88 Mill. Euro um und beschäftigt 1000 Mitarbeiter. Die Gesellschaften aus München und dem Rheinland kämen zusammen auf Erlöse von mehr als 2,2 Mrd. Euro und 25 000 Mitarbeiter.

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