Tui
Fritz Joussen baut Führungsriege um

Eigene Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe und Hotels: Tui-Chef Fritz Joussen treibt den Umbau von Europas größtem Touristikkonzern voran. Helfen soll ihm dabei ein Vertrauter, den er schon seit seiner Zeit bei Vodafone kennt.
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Tui-Vorstandschef Fritz Joussen erhöht das Tempo im konzerneigenen Hotelgeschäft. Wie das Handelsblatt aus Kreisen in Hannover erfuhr, übernimmt Erik Friemuth die Führung der konzerneigenen Hotelmarken „Tui Blue“, „Robinson“ und „Magic Life“. Der 49-jährige Hamburger erhielt danach von der Vorstandsspitze einen klaren Auftrag: Friemuth soll die eigenen Hotelmarken nicht nur bekannter machen, Urlaubsgäste sollen künftig von der Buchung über das Zielgebiet bis hin zur Unterkunft die Marke „Tui“ positiv in Erinnerung behalten.

Gelingt ihm das, käme Joussen seinem Ziel näher. Mit konzerneigenen Vertriebsstellen, Flugzeugen, Kreuzfahrtschiffen und Hotels will er Tui nach eigenen Worten zu einem „integrierten Touristikkonzern“ umbauen.

Joussen und Friemuth kennen sich aus gemeinsamen Tagen bei Vodafone. Schon ein Jahr nach seinem Wechsel ins Spitzenamt der Tui hatte Ex-Vodafone-Deutschlandchef Joussen seinen vormaligen Chief Marketing Officer nach Hannover nachgeholt, um ihm im April 2014 mit der gleichen Aufgabe bei der Tui Group zu betrauen. Dort gehört Friemuth seither dem Group Executive Committee an, dem erweiterten Vorstand von Europas größtem Reisekonzern.

Hohen Respekt beim vormaligen und neuen Chef erwarb sich Friemuth offenbar, indem er im Tui-Konzern den Markendschungel lichtete, der zeitweilig 200 unterschiedliche Brands umfasste. Inzwischen treten die Hannoveraner in allen europäischen Heimatmärkten unter der Marke Tui auf – als letzter Markt folgt im Herbst Großbritannien, wenn dort aus Thomson Tui wird.

Konzernmitarbeiter beschreiben Friemuth als ruhig und besonnen im Auftritt, aber beharrlich in der Sache. Diese Eigenschaften wird er brauchen, denn für Neuinvestitionen im Hotelgeschäft hat Joussen zum Maßstab gesetzt, dass dort die Kapitalrendite nicht unter 15 Prozent fallen darf.

Thomas Pietzka, der den Bereich „Hotels & Resorts“ bislang geführt hat, soll sich dem Vernehmen nach auf die Führung und Entwicklung der Hotelimmobilien-Portfolios konzentrieren, etwa den Häusern von Riu. Von den selbstbetriebenen 303 Hotels des Konzerns befinden sich derzeit 38 Prozent im Eigentum von Tui.

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